3 spannende Fakten zu Superfoods

Superfoods - das klingt erst einmal super. Denn die Botschaft hinter dem Lebensmittel-Trend macht deutlich: Wer sich von diesen exotischen Beeren, Körnern und Samen ernährt, bleibt länger jung, gesund und fit. WIE EINFACH hat den Trend näher beleuchtet.
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Foto: Maddi Bazzoco/Unsplash
Neu ist die Ernährungsformel, viel Gemüse und Obst zu essen, wirklich nicht. Aber seit vor einem knappen Jahrzehnt die erste Superfoods-Welle aus den USA herüberschwappte, hat sich eine Menge getan. Inzwischen sind es längst nicht mehr nur herkömmliche Lebensmittel wie Brokkoli, Soja, Nüsse oder Blaubeeren, die empfohlen werden, weil sie dem Körper alles liefern, was er braucht. Die Industrie hat den Trend erkannt und überschwemmt den Markt mit exotischen Produkten, die wundersame Dinge versprechen: Chia-Samen, Goji-Beeren oder Moringa als wirksamer Zellschutz und reich an Antioxidantien.

Superfoods: Die Erwartungen sind hoch
Was können die Samen, Beeren, Kräuter und Körner? Sind sie wirklich so super oder einfach nur superteuer? Ernährungsexperte Sven-David Müller hat dazu eine dezidierte Meinung: "Die Bezeichnung Superfoods ist in erster Linie Marketing", findet der Experte und Buchautor. Belastbare wissenschaftliche Belege für die tatsächliche Wirkung bleiben viele Produkte schuldig. Einzelstudien bestätigen zwar die gesundheitsfördernde Wirkung bestimmter Inhaltsstoffe, jedoch seien dies häufig Studien an Tieren oder isolierten Kulturen menschlicher Zellen.

Superfoods funktioniert nur mit einem guten Lifestyle
Was Experte Müller noch beanstandet: "Niemand kann sagen, was die Inhaltsstoffe im Vergleich zu heimischem Gemüse und Obst im Körper bewirken." Außerdem macht erst das Zusammenspiel aus bewusster Ernährung und ausreichend Bewegung für Müller den richtigen Schritt zu einem gesunden Lifestyle aus. Nur auf die Wirkung exotischer Produkte zu vertrauen, davon hält der Ernährungswissenschaftler wenig: "In unseren Breiten gibt es kaum Mangelerscheinungen, die solche Produkte zu kurieren versprechen. Wir haben keine Kalzium- und Proteinunterversorgung.

Superfoods ist kein Wundermittel
Woran es mangelt, ist eine ausgewogene Ernährung, bestehend aus genügend Gemüse, Obst und Vollkorn", erklärt der Experte und findet, dass "bei anhaltendem Verzehr zu süßer und fetter Speisen sowie notorischem Bewegungsmangel auch Samen und Körner aus Südamerika oder China nichts ausrichten können". Der Wissenschaftler warnt sogar vor überzogenen Erwartungen: "Es gibt keine einzige Studie, die beweist, dass solche Nahrungsergänzungen wie versprochen Krebs oder Rheuma heilen." Was er dagegen für äußerst sinnvoll hält, ist eine bewusste Lebensweise, die auf gesundem Menschenverstand basiert: "Den Gehalt wertvoller sekundärer Pflanzenstoffe erkennt man am Geruch, Geschmack und an der Farbe. Je intensiver, desto besser. Brokkoli enthält also mehr davon als Gurke", erklärt der Experte. Ein Großteil aller wichtigen Antioxidantien stecke übrigens in Früchten und Pflanzen, die durchaus in heimischen Breiten geläufig seien: "Sanddorn, schwarze Johannisbeere und Preiselbeere können es mit der exotischen Konkurrenz wie Cranberry und Noni locker aufnehmen", so Sven-David Müller.
Gesund sind diese Produkte auf jeden Fall und in manchen Fällen, etwa bei hoher körperlicher Belastung, können sie unterstützend wirken. WIE EINFACH mit einem kurzen Produktüberblick.
3 spannende Fakten zu Superfoods
Superfoods: Goji-Beeren
Reich an Nährstoffen und Antioxidantien

Die Beeren stammen aus China und der Mongolei, wo sie seit Jahrtausenden Bestandteil der traditionellen chinesischen Medizin sind. Bei uns werden sie überwiegend in getrockneter Form angeboten, was ihrer Wirkung aber keinen Abbruch tun soll. Die einzigartige Kombi aus antioxidativen Phytonährstoffen, essenziellen Fett- und Aminosäuren sorgt für eine basenüberschüssige Ernährung, die extra viel Energie verspricht. Weitere Anwendungsgebiete: Immunabwehr, Vorbeugung von Entzündungen, Unterstützung von Muskelaufbau und Stressresistenz.
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Superfoods: Moringa Blätter
Große Reinigungskraft

Moringa Blätter stammen von einem Baum, dessen Blätter in Indien und Afrika in der traditionellen Medizin eingesetzt werden. Den Samen des Baums wird eine große Reinigungskraft nachgesagt: Nur wenige Samen in zerstoßener Form reichen, um verunreinigtes Wasser trinkbar zu machen. Im Blattwerk sind die Provitamine A und C enthalten, ebenso die Mineralstoffe Eisen, Kalzium, Selen und Zink. Außerdem ist Moringa reich an Chlorophyll sowie an essenziellen Aminosäuren und Phyto-Östrogen.
Superfoods: Inka Beeren
Guter Immunschutz

Inka-Beeren werden aus den Früchte der Kapstachelbeere oder Physalis gewonnen. Die Beeren enthalten viel Vitamin C, B1, Provitamin A und Eisen. In Südamerika werden Blätter und Früchte der Pflanze seit Jahrhunderten in der traditionellen heimischen Naturmedizin eingesetzt.
3 spannende Fakten zu Superfoods
Superfoods: Chia-Samen
Verspricht schöne Haut und mehr Power

In Hollywood gehypt, jetzt in aller Munde. Warum? Weil sie praktisch keine Kalorien enthalten, aber lange satt machen. Weil sie als Antioxidantien-Lieferanten zum Zellschutz beitragen. Weil sie fast geschmacksneutral sind und in jede Speise passen. Chia-Samen haben einen hohen Proteingehalt, enthalten mehr Kalzium als Milch und sind voller Eisen sowie Omega-6- und Omega-3-Fettsäuren. Mit Wasser quellen sie um das Zwölffache ihres Eigengewichts zu einer gelartigen Masse auf, die im Körper die Umwandlung von Kohlenhydraten in Zucker verzögert. Das gibt Power über einen langen Zeitraum.
10 Tipps: So ernähren Sie sich optimal
Essen Sie täglich fünf Portionen Obst und Gemüse. Am besten roh, aber auch als Saft oder gedünstet.

Denken Sie an gesunde Fette: mehr Fisch, Nüsse und Kerne, Avocados, Oliven- oder Rapsöl.

Knabbern Sie ungefähr fünfmal pro Woche eine Handvoll Nüsse. Nicht mehr, denn sonst wird es zu kalorienreich.

Ersetzen Sie mehrmals pro Woche tierisches Eiweiß durch Sojaprodukte. Versuchen Sie, ein bis zwei Portionen Soja am Tag zu essen.

Kaufen Sie Vollkornbrot und Getreidesorten, die Keim und Schale enthalten.

Trinken Sie täglich schwarzen oder grünen Tee.

Essen Sie regelmäßig Joghurt, das unterstützt Ihre Darmflora.

Achten Sie darauf, reine Fruchtsäfte zu trinken. Im Gegensatz zu Nektar enthalten diese noch sehr viele sekundäre Pflanzenstoffe.

Nehmen Sie bei den Hauptmahlzeiten die nötige Energie auf. Zwischendurch höchstens Obst oder Gemüse essen.

Verzichten Sie auf Softdrinks und Diätgetränke. In der Bilanz der Phytonährstoffe wirken sie sich nicht positiv aus.