Birkensaft: Wie gesund ist der Trenddrink?

Erfrischend, nährstoffreich und kalorienarm: Was ist dran an dem neuen In-Getränk? Birkensaft im WIE EINFACH! Check.
Birkensaft: Wie gesund ist der Trenddrink? Birkensaft: Wie gesund ist der Trenddrink? Birkensaft: Wie gesund ist der Trenddrink?
Foto: iStock.com/Serezniy
Es wird als der Newcomer unter den gesunden Durstlöschern gehypt, dabei ist es in Skandinavien und Osteuropa ein seit Jahrhunderten bekanntes Traditionsgetränk: der Birkensaft. Besonders im Frühling ist er in den Erzeugerländern in aller Munde, denn besonders in den Tagen vor der Blüte der Birken fließt das nährstoffreiche Nass von den Wurzeln hinauf bis zur Baumkrone und kann dann ganz einfach über ein winziges Loch in der Rinde aus dem Stamm abgezapft werden. Das frische Birkenwasser ist allerdings nur kurz im Kühlschrank haltbar, deshalb wird es für den Handel nach der Gewinnung pasteurisiert, sterilisiert und nicht selten auch aromatisiert. Man bekommt diese Drinks aus Birkensaft pur oder gemixt in Säften in Dorgereien, Bioläden und Onlineshops.


Vitamine, Mineralien, Zucker: Wie gesund ist Birkensaft?


Der Trenddrink ist vegan, frei von Gentechnik, Gluten oder Lactose und besteht zu einem großen Teil aus Wasser. Die leichte Süße der frisch gezapften Flüssigkeit beruht auf dem Zucker Xylitol. Viele kennen Birkenzucker auch unter dem Namen Xylit. Er ist ein zahnfreundlicher Zuckerersatz und hat bei gleicher Süßkraft deutlich weniger Kalorien als Haushaltszucker. So ist unterm Strich der Energiegehalt pro Glas mit 36 Kilokalorien im Vergleich zu anderen Erfrischungsgetränken niedrig. Ebenfalls erfreulich: Die Süße des Baumes wirft den Insulinhaushalt nicht so stark aus der Bahn wie Glucose.
Aber das ist nicht alles. Glaubt man Heikki Kallio, Professor für Lebensmittelchemie an der Universität Turku, enthält der Saft außerdem zahlreiche Mineralstoffe und Spurenelemente wie Kalzium, Magnesium, Kupfer, Zink, Eisen und in kleinen Mengen Natrium und ist deshalb auch für Sportler interessant. Auch einige Heilwirkungen zum Beispiel bei Gicht oder Rheuma werden immer wieder genannt. Ausführliche klinische Studien dazu fehlen allerdings. Wichtig zu wissen: Birkensaftdrinks aus dem Handel sind selten pur. Lesen Sie deshalb unbedingt vorm Kauf die Informationen auf dem Etikett. Nicht selten liegt der Kaloriengehalt aufgrund von Rezepturen mit Glucose-Fructose-Sirup deutlich höher, als bei der natürlichen Variante. Übrigens: Birkenpollenallergiker sollten auf den Genuss des In-Getränkes lieber verzichten!


Birkenwasser kaufen: Lohnt sich die Investition geschmacklich?


Direkt aus dem Stamm schmeckt die Flüssigkeit wässrig, leicht süß und ein bisschen nach Baum. Gut gekühlt mit einem Zitronenschnitz ist ein Glas Birkensaft eine leckere Erfrischung. Und die Birkensaftdrinks aus dem Handel? Puristen sollten auf die Zutaten schauen, denn leider gibt es nur wenige naturbelassene Produkte. Stattdessen wird das Birkenwasser mit Säften und Aromen so gepimpt, dass sie nicht mehr wie das Original schmecken. Ebenfalls negativ: Manche Hersteller verlangen für einen Liter Birkenwasser in der Glasflasche zehn Euro.