Exotische Früchte: Ran an die Vitamine!

Exotische Früchte sind Fitmacher fürs Immunsystem. Worauf man beim Kauf und bei der Zubereitung achten sollte, lesen Sie hier.
Exotische Früchte: Ran an die Vitamine! Exotische Früchte: Ran an die Vitamine! Exotische Früchte: Ran an die Vitamine!
Foto: Miguel Maldonado/Unsplash
Süß, sauer, herb und saftig - keine Frage, die süßen Aromaträger aus den Tropen sorgen besonders in der kalten Jahreszeit für Abwechslung auf unserem Speiseplan. Wenn die regionalen Obstsorten langsam knapp werden, erobern exotische Früchte die deutschen Marktstände. In den letzten Jahren haben sich diverse neue Sorten neben Bananen, Ananas und Zitrusfrüchte platziert. In den schillerndsten Farbtönen und skurrilsten Formen präsentiert sich die Ware in der Auslage und wir fragen uns, was wohl unter der seltsamen Schale steckt, woran gute Qualität zu erkennen ist und ob man das Fruchtfleisch pur, roh oder vielleicht auch nur gegart verzehren kann.
Überlegen Sie nicht lange und greifen Sie zu! Denn neben ganz neuen Geschmacksrichtungen bieten die fruchtigen Weltenbummler gesunde Inhaltsstoffe in Fülle unter ihrer Hülle. Ganz vorne bei diesen Superfoods: Der Gehalt an Vitamin C. Das Allround-Vitamin für einen soliden Zellschutz und straffes Bindegewebe steckt nicht nur in Zitrusfrüchten oder Kiwis, sondern zum Beispiel auch in der Guave. Mangos unterstützen unseren Körper mit hohen Mengen Pantothensäure und Betakarotin bei der Bildung von Abwehrstoffen und sorgen außerdem für gesunde Schleimhäute. Eine Studie des College of Human Environmental Sciences an der Oklahoma State University zeigte sogar, dass der regelmäßige Verzehr von Mangos den Körperfettanteil senkt und sich günstig auf die Darmflora auswirkt. In den tiefroten, süßen Kernen des Granatapfels findet man mehr herzschützende Polyphenole und Flavonoide als in Trauben, außerdem noch jede Menge nervenstärkende B-Vitamine. Mit letzteren punkten übrigens auch Drachenfrüchte, Mandarinen und Papayas. Das orange Fruchtfleisch der Papaya kann es im Betakarotin-Gehalt außerdem locker mit Karotten aufnehmen. Die Liste könnte endlos werden, denn quasi nebenbei landet mit jedem saftigen Newcomer aus den fernen, sonnenverwöhnten Regionen auch eine gute Portion an Mineralien wie etwa Kalium, Magnesium, Zink und Eisen sowie sekundäre Pflanzenstoffe auf unserem Teller.


Exotische Früchte: Machen Sie den Reifecheck!


Aroma, Vitalstoffgehalt und Textur sind allerdings nur dann spitzenmäßig, wenn die Ware reif ist. Es lohnt sich also beim Einkauf genauer hinzuschauen. Für Papayas, Mangos, Kiwis, Drachenfrüchte, Kaki oder auch Avocado braucht man Fingerspitzengefühl, denn sie sind erst reif, wenn das Fruchtfleisch beim Druck auf die Schale leicht nachgibt. Eine Ananas ist perfekt für den Verzehr, wenn der Ananasboden fruchtig-süß riecht und sich die Blätter leicht aus der Mitte des Schopfes ziehen lassen. Reife Curuba haben eine gleichmäßig gelb oder rot gefärbte Schale. Auch die Farbe der Guave wechselt mit der Reifung von grün auf gelb. Die sternförmige Karambole wiederum ist "verzehrfertig", wenn sich die Schale an den Kanten leicht bräunlich verfärbt und das Fruchtfleisch nach Jasmin duftet. Wichtig zu wissen: Die meisten tropischen Früchte reifen nach der Ernte problemlos in einem nicht zu warmen, luftigen Raum nach. Nicht so Zitrusfrüchte. Mandarine, Orange und Co sollten idealerweise dann geerntet werden, wenn sie am besten schmecken. Wer hier keinen Fehlkauf machen möchte, sollte prüfen, ob die Schale sehr fest am Fruchtfleisch sitzt. Gibt die Schale ein wenig nach ohne dass die Mandarine, Clementine oder Orange sich weich anfühlt, können Sie getrost zugreifen. Im Kühlschrank haben die Vitaminbomben allerdings nichts verloren, denn dort werden sie leicht bitter. WIE EINFACH-Tipp: Lassen Sie sich beim Einkauf vom Fachmann beraten. Ein guter Obsthändler kennt seine Ware und kann Ihnen bei der Auswahl helfen.

Kiwano, Papaya und Co: Von der Hand in den Mund


Pellen, schälen, löffeln - ebenso vielfältig wie das Aussehen sind die Möglichkeiten das fremdartige Obst zu essen. Generell gilt: Weil Landesuntersuchungsämter und Umweltschutzorganisationen immer wieder erhöhte Pestizidwerte melden, sollte man ungeschält genießbare Sorten vorm Verzehr lauwarm abwaschen. Gut geeignet für den schnellen Genuss sind Kumquats, Kaki, Sharon und Karambola, denn Sie dürfen sogar mit Schale gesnackt werden. Auch die orangeroten Physalisbeeren muss man nur fix aus der pergamentartigen Hüllen ziehen und schon wandern sie ab in den Mund. Von den meisten anderen Sorten wie etwa Banane, Mango, Papaya, Ananas, Kiwis oder Drachenfrucht isst man nur das Fruchtfleisch. Es gibt verschieden Tricks, wie man an dieses besonders leicht und ohne klebrige Finger gelangen kann.
Passionsfrüchte, Tamarillos oder Kiwanos kann man zum Beispiel mit einem Messer halbieren und das gallertartige Innenleben dann löffelweise genießen. Die kleinste Ausbeute bietet eigentlich der Granatapfel, denn nur die Kerne sind genießbar. Der Saft ist farbecht, deshalb sollte man die Kerne nicht einfach mit Finger aus dem Inneren pulen. Am besten über dem Spülbecken die Kerne mit dem Löffel aus der Frucht klopfen. Wer sowieso nur scharf auf den blutroten Saft dieser Frucht isst, kann den Granatapfel auch mehrfach kräftig über den Tisch rollen und drücken, dann einen Strohhalm hineinstechen und den Saft einfach direkt aus dem Innenleben "saugen". Man kann also getrost sagen: Exotische Früchte sind schon pur eine Delikatesse. Wer aber einen Blick in die Küchen der Herkunftsländer wirft, findet unzählige köstliche Rezepte für Chutneys, Currys, Drinks, Smoothies oder Süßspeisen. Experimentieren Sie also einfach mal ein wenig in Ihrer Küche.
WIE EINFACH-Tipp: In rohen Ananas, Papaya und Kiwi sind Eiweiß-spaltende Enzyme enthalten. Sie sind zwar gut für die Verdauung, bewirken aber einen bitteren Geschmack in Milchprodukten. Deshalb sollten Sie das rohe Fruchtfleisch nicht unter Joghurt oder Quark rühren.

Flugananas oder Lagerapfel: Klimaschutz beim Obsteinkauf


Lange Transportwege, umweltschädigender Anbau, schlecht bezahlte Erntehelfer - wenn es um die Nachhaltigkeit geht, liegt der regionale, pflückfrisch verzehrte Apfel ganz klar vor. Anders ist es jedoch im Winter. Wenn das heimische Obst monatelang in energieaufwendig betriebenen Kühlhäusern liegt, verschlechtert sich die Ökobilanz deutlich. Eine Bio-Kiwi, die per Schiff nach Deutschland transportiert wird, kann dann sogar umweltverträglicher sein, als eine konventionell angebaute deutsche Birne. Ob extrem oder nicht: Worauf man allerdings verzichten sollte, sind eingeflogene Ananas, Mangos oder Papaya. Der Grund: Beim Transport von Flugobst ist die CO2 Emission fast 30-mal höher als beim Containerschiff. WIE EINFACH-Tipp: Bevorzugen Sie auch bei tropischen Früchten Bio- bzw. Fairtrade-Ware. So verbessern Sie die Arbeits- und Lebensbedingungen der Menschen in den Anbauregionen.