Kräuter selbst anbauen? So geht's!

Frische Kräuter geben Gerichten einen besonderen Geschmack und man kann sie einfach und schnell selbst anbauen.
Kräuter selbst anbauen? So geht's! Kräuter selbst anbauen? So geht's! Kräuter selbst anbauen? So geht's!
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Kräuter selbst anbauen: Let the sun shine!
Nicht nur wir fühlen uns in der Sonne wohl, auch die meisten Kräuterarten gedeihen am besten im Sonnenlicht. Für Ihren zukünftigen Kräuterbestand ist es also wichtig, einen Platz in der Sonne zu finden. Denn erst dann können Kräuter am besten heranwachsen und wertvolle Inhaltstoffe entwickeln. Anbau geht auch ohne Garten, eine mindestens halbtags sonnige Ecke auf dem Balkon reicht vollkommen aus. Und selbst innerhalb der Wohnung können Kräutersamen gedeihen, ein Platz in Fenster-und Sonnennähe sorgt jedoch für bessere Kräuterergebnisse.

Kräuter selbst anbauen: Eine gute Basis ist wichtig
Die verschiedenen Kräuterarten haben verschiedene Ansprüche in Bezug auf die Beschaffenheit des Bodens. Majoran bevorzugt einen kalkhaltigen Boden, Thymian einen trockenen und sandigen Boden, Minze einen eher feuchten. Achtet man jedoch auf einige wenige Grundlagen, sollte der gemeinsame Anbau der Kräuter kein Problem sein. Im Garten sollte der Humusgehalt der Erde relativ hoch sein und einen PH-Wert zwischen 6 und 7 haben. Ist der Boden zu sauer, lösen sich Schadstoffe besser auf, die wiederum leichter in die Kräuter gelangen.

WIE EINFACH-TIPP: Im Baumarkt kann man verschiedene Test-Kits kaufen, um den PH-Wert des Bodens zu messen. Es geht aber auch einfacher: Dazu benötigen Sie einen Becher mit Essig und einen anderen mit einer Mischung aus Wasser und Backpulver. Jetzt muss nur noch die Bodenprobe in die verschiedenen Becher gegeben werden. Zischt es in dem Becher mit Backpulver, ist der Boden alkalisch (mit kompostiertem Laub düngen!), schäumt es in dem Essig-Becher ist der Boden zu sauer (Boden kalken oder Holzasche hinzufügen!). Passiert nichts, ist der Boden neutral.

Für den Balkon reicht nicht immer gewöhnliche Pflanzenerde aus. Eine Wurmkiste kann für den nötigen Kompost behilflich sein. Dies ist ein kleiner Komposthaufen in einer Holzkiste, der mit frischen organischen Küchenresten und Würmern für einen nährreichen Wurmhumus sorgt. Er kann dank der geringen Grösse selbst auf dem kleinsten Balkon betrieben werden. Zudem sollte ein Teil Gartenerde sowie ein Teil Sand in die Pflanzenerde gemischt werden.

Kräuter selbst anbauen: Die Saat
Sie können sich für kleine Jungpflanzen entscheiden oder sich selber um die Saat kümmern. Jungpflanzen können ab Mai in den Boden gesetzt werden, somit wird der Verlust der Kräuter, beispielsweise durch Frost, verhindert. Kälteunempfindliche Kräuter können schon früher direkt ins Beet oder den Balkonkasten gesät werden, wie zum Beispiel Kresse, Petersilie und Dill. Ab Mai können Sie mit der Saat von Basilikum und Majoran beginnen. Bevor Sie die Samen säen, harken Sie das Beet durch oder lockern sie die Erde in dem Balkonkasten. Ziehen sie kleine Rillen in den Boden und streuen sie die Samen sowie ein wenig Kompost in die Rillen.

WIE Einfach-Tipp: Damit es nicht zu eng wird und sich die Kräuter nicht gegenseitig die Nährstoffe wegnehmen, sollte man die Kräuterkeimlinge umsetzen- fachsprachlich auch "pikieren" genannt. Eine Faustregel besagt, dass man mit dem Pikieren erst dann beginnen soll, wenn bei dem Keimling das zweite Blatt gewachsen ist.

Die eigenen Kräuter verarbeiten
Wie schön ist es, während des Kochens seine eigenen Kräuter nutzen zu können! Man kann seine Kräuter natürlich auch ernten, ohne sie sofort zu verwenden, indem man sie trocknet oder einfriert. Sie sollten versuchen, die Kräuter an einem sonnigen Vormittag zu ernten, dann ist der Tau abgetrocknet und die Kräuter sind besonders aromatisch.

Um die Kräuter zu trocknen, sollten sie zunächst gewaschen und dann trocken getupft werden. In einem Bund zusammengebunden sollten sie an einem dunklen Ort, mit den Zweigspitzen nach unten, aufgehängt werden.

WIE Einfach-Tipp: Sind die Kräuter getrocknet, sollten sie diese in einem geschlossenen lichtundurchlässigen Gefäss aufbewahren und nicht vorher schneiden! Sonst verlieren die Kräuter schnell ihren Geschmack.

Dill oder Petersilie - allgemein alle Kräuter, die weichere Blätter haben - eignen sich zum Einfrieren. Die Sträucher in einen Gefrierbeutel geben und einfrieren oder sie zerkleinern und in Wasser einfrieren. Die Kräuter können ebenfalls in Öl eingelegt werden.