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Die Ketogene Diät: Low-Carb wird No-Carb

Die ketogene Diät liegt im Trend. Die einen hoffen auf schnelle Gewichtsreduktion, die anderen auf medizinische Wirkung. Eine Expertin klärt auf.

Die Ketogene Diät: Low-Carb wird No-Carb
Foto: rawpixel.com/Unsplash

Was bedeutet "ketogen"?


Die ketogene Ernährung bezeichnet eine Art und Weise zu essen, bei welcher die Kohlenhydrate einen sehr geringen Bestandteil der Makronährstoffe (Fette, Proteine, Kohlenhydrate) einnehmen. Einige Quellen sprechen von 5 bis 10 Prozent der gesamten Kalorienzufuhr, andere von 20 bis 50 Gramm Kohlenhydraten pro Tag. Deren Platz nehmen dann gesunde Fette, beispielsweise in Form von Olivenöl, Avocados, Sahne, Butter oder Macadamia-Nüssen ein. Ein Teil der Fette wird in sogenannte Ketonkörper umgewandelt, beides sind hervorragende Energielieferanten. Sobald Ketonkörper im Blut nachweisbar sind, spricht man vom Zustand der Ketose. Doch wie genau funktioniert die ketogene Diät?

Die Funktionsweise der ketogenen Ernährung


Wenn dem Körper keine Kohlenhydrate zur Verfügung stehen, stellt sich der Stoffwechsel um. Nun bildet die Leber aus Fettsäuren Ketonkörper. Diese nehmen dann den Platz der Glukosemoleküle ein und versorgen die Zellen mit Energie. Dieser Prozess beginnt allerdings erst bei einem sehr geringen Kohlenhydratgehalt der Nahrung. Deshalb beschränkt die Keto Diät die Kohlenhydratmenge und ersetzt diese teilweise durch Fette. Der hohe Fettgehalt der Ernährungsweise sorgt zusammen mit dem Protein für eine gute Sättigung, der stabile Blutzuckerspiegel hält Heißhungerattacken fern. All diese Aspekte machen die Keto Ernährung so effektiv beim Abnehmen.

Keto als therapeutische Diät


Im Internet liest man im Zusammenhang mit der ketogenen Ernährung von therapeutischen Wirkungen. Die Diät soll Entzündungen lindern und sogar bei Krebs oder Epilepsie therapeutische Relevanz haben. Doch was ist dran an den Behauptungen? Die Diplom Ökotrophologin Ulrike Gonder, Autorin zahlreicher Ernährungsratgeber, ist von der positiven Wirkung bei einzelnen Krankheitsbildern überzeugt: "Eine Ketogene Ernährung wird zur Behandlung von kindlicher Epilepsie herangezogen, wenn Medikation und Operationen nicht anschlagen oder nicht praktikabel sind," sagt sie. Auch eine entzündungshemmende Wirkung hält sie für sehr wahrscheinlich, denn "Ketonkörper funktionieren auf molekularer Ebene ähnlich wie moderne Pharmaka zur Entzündungshemmung." Mit dieser Einschätzung steht die Expertin offensichtlich nicht allein da. Eine Studie des Berliner Universitätsklinikums Charité belegte kürzlich, dass eine ketogene Ernährung die Lebensqualität von Multiple Sklerose Patienten verbessern kann.

Die Keto-Diät zur Unterstützung bei der Krebstherapie


Große Hoffnungen werden im Zusammenhang mit einer Krebstherapie in die ketogene Ernährung gesetzt. Auch wenn Kritiker vor überhöhten Erwartungen warnen - einiges spricht dafür, dass diese Diät tatsächlich helfen könnte: "Über zwei Mechanismen kann eine streng kohlenhydratarme Ernährung das Wachstum vieler Krebszellen verlangsamen, erklärt Ulrike Gonder. Zum einen "haben Tumorzellen einen erhöhten Zuckerstoffwechsel und auf Ihrer Oberfläche oft auch Insulinrezeptoren". Insulin ist ein Wachstumsfaktor für Tumore, so die Ökotrophologin - bei einer ketogenen Ernährung fallen die Blutzucker- und die Insulinwerte automatisch geringer aus. Zum anderen "nutzen die gesunden Zellen des Körpers bei einer Krebserkrankung vermehrt Fettsäuren und Ketonkörper zur Energiegewinnung", so Gonder. Mit beiden Stoffen können die Tumorzellen wenig anfangen. Daher sind Ketone ideale Zelltreibstoffe. "Man füttert den Tumor also nicht, aber unterstützt das gesunde Gewebe", sagt Gonder. Natürlich muss man hier vorsichtig sein: eine ketogene Diät könne nicht als krebsheilend beschrieben werden, sondern als mögliche Unterstützung einer Krebstherapie, warnt sie. Behandlungen müssen immer in engem Austausch mit einem Arzt erfolgen.

Mögliche Nebenwirkungen einer ketogenen Diät


Im Internet kursieren viele Listen mit möglichen Nebenwirkungen. "Diese treten aber meistens nur bei extremen Formen der ketogenen Diät, beispielsweise der Variante gegen kindliche Epilepsie, auf" versichert Ulrike Gonder. "Früher mussten die Kinder erst ein, zwei Tage fasten und durften nur wenig trinken, um schneller in die Ketose zu gelangen - was unweigerlich zu einem erhöhten Risiko für Nierensteine führt," erläutert sie. "Bei einer etwas gemäßigteren Variante der ketogenen Ernährung bis etwa 50 Gramm Kohlenhydraten pro Tag sind diese Risiken selten", ergänzt sie. Anfänglich manchmal auftretende Probleme wie Unterzuckerung, Kopfweh, Müdigkeit oder Verdauungsbeschwerden können durch viel Trinken und Ballaststoffe leicht behandelt werden. Gelegentlich auftretende erhöhte Cholesterinspiegel "normalisieren sich meist nach kurzer Zeit wieder", so die Ökotrophologin.

Anwendbarkeit der ketogenen Diät


"Die ketogene Diät ist nicht für die breite Masse gemacht", schränkt Ulrike Gonder ein. Besonders die strengen Formen der ketogenen Diät sollten nur unter ärztlicher Aufsicht verfolgt werden. Eine Ernährungsweise mit verringerten Kohlenhydraten, unterstützt die Ökotrophologin aber. "Hohe Blutzucker- und hohe Insulinwerte haben keine positiven Effekte", weswegen eine Reduzierung der Kohlenhydrate für viele gesund sei, sagt sie. Allerdings sollte eine ketogene Ernährung immer mit hochwertigen Grundnahrungsmitteln angegangen werden, also möglichst naturbelassenen Fetten und Ölen, viel frischem Gemüse und Fisch beispielsweise. Außerdem benötigt der Körper eine gewisse Zeit, um sich an die Ketonbildung- und verwertung zu gewöhnen. "Drei bis vier Wochen sollte man seinem Körper geben", rät Gonder. Wichtig dabei ist eine gesteigerte Wasser- und Mineralstoffaufnahme, zum Beispiel durch Fleisch- oder Gemüsebrühe. Kohlenhydrate binden Wasser - und beim Wechsel in einen Fettstoffwechsel verlieren wir viel Wasser und Mineralstoffe, führt sie aus. Das kann vor allem zu Beginn zu Kreislaufproblemen führen.

Nachfolgend finden Sie einen beispielhaften Essensplan für einen Tag mit der gemäßigteren Keto-Diät.

Essensplan einer Keto-Diät

Frühstück:
Das klassische Keto-Frühstück ist schnell zubereitet und macht lange satt.
Hierfür bietet sich beispielsweise Rührei mit Bacon und Tomaten, und dazu eine halbe Avocado an.

WIE EINFACH!-Tipp: Viele Getränke enthalten reichlich Zucker und sind deshalb für eine ketogene Ernährung ungeeignet. Trinken Sie zum Frühstück deshalb lieber ungesüßten Tee, Kaffee oder Wasser.

Mittag:
Zum Mittag empfiehlt sich ein bunter Salat mit Öl-Dressing. Dazu passen beispielsweise Feta-Käse, Hähnchenbruststreifen oder Serrano-Schinken. Garnieren Sie den Salat mit einem Mix aus gerösteten Samen und Nüssen, um das Verhältnis an Makronährstoffen zugunsten des Fetts zu verschieben.

Abendbrot:
Zum Abend bietet sich ein Stück fettes Fleisch auf grünem Gemüse mit einer Béarnaise-Sauce, eine Quiche oder Ofengemüse mit Lachs in Pergament an. Seien Sie kreativ, im Internet findet sich viel Inspiration zu Low-Carb und Keto-Rezepten - auch vegetarisch oder vegan.


Von Alexander Penzel

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