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Gluten, Laktose & Fruktose - die wichtigsten Fakten

Ob Laktosintoleranz oder Glutenunvertäglichkeit - inzwischen leiden immer mehr Menschen an einer Lebensmittelunverträglichkeit. Zumindest gefühlt. Aber sind Gluten, Fruktose und Laktose so schlecht wie ihr Ruf? Die wichtigsten Fakten.

Gluten, Laktose & Fruktose - die wichtigsten Fakten
Foto: plainpicture/P. Strattner

Laktoseintoleranz
Die häufigste Form der Laktoseintoleranz ist angeboren. Menschen, die an dieser Milchzuckerunverträglichkeit leiden, können aufgrund einer genetischen Besonderheit Laktose nicht gut verdauen. Ihnen fehlt das Enzym Laktase, das den Milchzucker aufspaltet und für den Körper verwertbar macht. Aufgrund des fehlenden Enzyms gelangt die ungespaltene Laktose in den Dickdarm und verursacht auf diese Weise unangenehme Symptome wie Bauchschmerzen Blähungen oder Durchfall.

Die Fähigkeit Laktose zu verdauen, nimmt aber auch mit dem Alter ab. Laut des Buches "Laktose-Intoleranz", geschrieben von der Ernährungsberaterin Britta-Marei Lanzenberger, sollen 70 Prozent aller Europäer im Alter von 60 Jahren nicht mehr in der Lage sein, Laktase vernünftig zu verarbeiten.

Glutenunverträglichkeit
Bei der Glutenunverträglichkeit oder Glutensensitivität kann der Körper das Klebeeiweiß Gluten nicht verarbeiten, das sich zum Beispiel in Weizen, aber auch Dinkel, Roggen, Hafer oder Gerste befindet. Der Körper kann auf das Protein mit Verdauungsbeschwerden, Kopfschmerzen, Migräne, Konzentrationsstörungen und sogar Schlafstörungen reagieren.

Häufig wird die Glutenunverträglichkeit fälschlicherweise als Zöliakie bezeichnet. Zwar vertragen Menschen, die an Zöliakie leiden, auch kein Gluten. Bei diesen Menschen liegt jedoch eine chronische Autoimmunkrankheit vor, die zu einer Entzündung der Dünndarmschleimhaut führt. Durch den dauerhaften Entzündungszustand leiden Betroffene nicht nur an Bauchschmerzen und Durchfall, auch die Nährstoffaufnahme ist gestört.

Fruktoseintoleranz
Bei Fruktoseintoleranz unterscheidet man zwischen einer hereditären Fruktoseintoleranz (eine seltene, erbliche Störung des Fruktosestoffwechsels) und der so genannten intestinalen Unverträglichkeit. Letztere kommt weitaus häufiger vor und kann bei der Einnahme von großen Mengen Obst und Saft zu Blähungen, Bauchschmerzen oder Durchfall führen. Das heißt jedoch nicht, dass man auf den Verzehr von Obst verzichten muss, sondern, dass der Darm durch die großen Mengen an Fruktose überlastet ist und man deshalb kleinere Mengen zu sich nehmen sollte.

Zahlen & Fakten zu Unverträglichkeiten
Der eingebildete Kranke: Laut Schätzungen der Deutschen Gesellschaft für Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten leiden etwa 10 Prozent der Deutschen an einer Laktoseintoleranz. Doch laut aktuellen Umfragen glaubt inzwischen jeder zweite Bundesbürger, an einer Milchzuckerunverträglichkeit zu leiden. Dabei handelt sich bei der Unverträglichkeit nicht - wie fälschlicherweise oft angenommen - um eine Allergie, sondern um eine genetische Besonderheit, die rezessiv weitervererbt wird. Die Symptome treten also (abgesehen von wenigen Ausnahmefällen) nur auf, wenn bei beiden Eltern eine Anlage zur Laktoseintoleranz auftritt.

Bei Gluten verhält es sich ähnlich. Laut der Deutschen Zöliakie-Gesellschaft (DZG) leiden hierzulande rund 300 000 Menschen an einer Glutenunverträglichkeit. Doch nur bei etwa zehn bis 20 Prozent unter ihnen treten tatsächlich Symptome wie Bauchschmerzen, Übelkeit, Gewichtsverlust etc. auf.

Das Geschäft mit den Lebensmittelunverträglichkeiten
Lebensmittelunverträglichkeiten sind für viele Konzerne zu einem überaus lukrativen Geschäft geworden. Allein in Deutschland hat sich die Google-Suchanfrage nach 'Gluten' in den vergangenen zehn Jahren verfünffacht (!). Selbst Mineralwasser, das von Natur aus glutenfrei ist, wird inzwischen als glutenfrei angepriesen. Übrigens haben glutenfreie Produkte für Menschen mit gesundem Stoffwechsel nachweislich absolut keinen Nutzen (sie kosten in der Regel einfach nur mehr). Was viele ebenfalls nicht wissen: Viele Milchprodukte wie beispielsweise Butter oder Hartkäse enthalten (im Gegensatz zu Rohmilch) kaum Laktose und können daher problemlos von Laktoseintoleranten verzehrt werden.

Wie lassen sich Unverträglichkeiten testen?
Ein einfacher und zuverlässiger Test, um festzustellen, ob man nicht vielleicht doch unter einer Laktose-, oder Fuktoseintoleranz leidet, ist der sogenannte H2-Atemtest. Dabei misst der Arzt mithilfe eines Geräts (ähnlich einem Alkoholtester) den Wasserstoffgehalt des Atems und provoziert durch die Verabreichung von gelöstem Milchzucker, beziehungsweise von Fruktose eine Reaktion des Körpers.

Eine Zöliakie lässt sich anhand einer Blutprobe oder mithilfe einer Magenspiegelung beim Gastroenterologen oder Internisten feststellen. Dabei wird aus dem Dünndarm eine Gewebeprobe entnommen. Auch bei der Glutenunverträglichkeit wird nach Antikörpern im Blut gesucht. Dabei wird jedoch nur nach einem einzigen Antikörper gesucht, der am häufigsten zur Glutenunverträglichkeit führt. Gluten birgt aber weitere riskante "Stoffe", die zu einer Unverträglichkeit führen können. Ein negativer Test heißt somit nicht, dass man Gluten verträgt. In diesem Fall ist es ratsam, ein Zeit lang auf Lebensmittel mit diesem Inhaltsstoff zu verzichten und zu schauen, ob sich die Symptome bessern. falls ja, sollte man mit dieser Feststellung noch einmal seinen Arzt konsultieren.

Achtung: Tests auf Nahrungsmittelunverträglichkeiten sind zu einem florierenden Geschäft geworden. Zahlreiche "Ernährungsexperten" bieten inzwischen fragwürdige und kostspielige Tests an. Deshalb: Finger weg von dubiosen Speicheltests und stattdessen den Arzt des Vertrauens aufsuchen.

WIE EINFACH TIPP
Die zwanghafte Beschäftigung mit der richtigen Ernährung hat übrigens einen eigenen Namen - Orthorexie. Was übersetzt so viel heißt, wie "Appetit auf das Richtige". Klingt erst mal vernünftig, nimmt aber gefährliche Züge an, wenn der Drang, sich gesund zu ernähren, zwanghaft wird. Vielleicht sollten wir einfach mal wieder lernen, richtig zu genießen. In unserem KOCHEN Magazin finden sich jede Menge tolle Rezepte, die blitzschnell zubereitet sind. Gerichte, die nicht nur zu einer gesunden, ausgewogenen Ernährung beitragen, sondern vor allem eins sind: extrem lecker.


Von Lesley Sevriens

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