Carsharing: Das Einmaleins des Autoteilens

Sharing is caring - das gilt auch für Autos! Kein Wunder also, dass Carsharing immer beliebter wird. Wir beantworten die häufigsten Fragen.
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Foto: Gallery Stock

Wo wird Carsharing angeboten?


Carsharing gibt es mittlerweile in vielen Städten. Beim
Bundesverband Carsharing sind derzeit 122 Firmen deutschlandweit registriert, die bekanntesten darunter sind wohl Car2Go und Drive Now. Auch Privatpersonen haben Carsharing für sich entdeckt. Auf Drivy kann man sich ein privates Auto leihen - oder sein eigenes anbieten.

Wo finde ich ein freies Auto?


Beim sogenannten Free-Floating können die gemieteten Autos innerhalb eines bestimmten Gebietes auf kostenlosen Parkplätzen abgestellt werden. Per App oder Anruf erfährt man dann, wo das nächstgelegene, freie Auto gerade auf einen wartet. Andere Anbieter haben feste Stationen, wo die Autos abgeholt werden können und auch dorthin zurückgebracht werden müssen.

Wie kann ich das Auto öffnen?


Nach der Registrierung erhält man ein Zugangsmedium - in den meisten Fällen ist das eine Chipkarte, die man an die Windschutzscheibe des Autos hält. Bei Anbietern mit festen Stationen können Schlüssel auch in Tresoren hinterlegt sein, die man ebenfalls mit einem Chip öffnen kann.

Muss man ein Fahrzeug vorab reservieren?


Muss man nicht, kann man aber. Hat man ein Fahrzeug in der Nähe gefunden, ist es in der Regel für 15 Minuten geblockt. Falls man aber z. B. am nächsten Morgen einen super wichtigen Termin hat und sich unbedingt vorab ein Auto sichern möchte, geht dies gegen Gebühr. Bei Drive Now werden z. B. zehn Cent pro Stunde fällig - bis zu acht Stunden vorab kann reserviert werden.

Was kostet Carsharing?


Zunächst wird ein Aufnahmeentgelt fällig, das je nach Anbieter unterschiedlich hoch ausfällt. Der Nutzungspreis setzt sich dann sich meistens aus Kilometergeld und den Kosten pro Minute oder Stunde zusammen. Einige Firmen bieten für einen monatlichen Festbetrag eine unbegrenzte Nutzung der Autos an. Ohne Monatsbeitrag sind die Ausleih- bzw. Fahrkosten meistens höher. Je nachdem, wie häufig man ein Auto benötigt, sollte man schauen, welcher Tarif sich besser für einen eignet. Einige Firmen haben sogar extra Tarife für Vielfahrer im Programm. Bei Stattauto Kassel bekommt man für 360 Euro monatlich beispielsweise einen Kombi nach Wahl zur Verfügung gestellt. Wenn man das Fahrzeug nicht braucht, kann man es anderen Mitgliedern zur Verfügung stellen und bekommt die Einnahmen zur Hälfte gutgeschrieben.

Für wen lohnt sich Carsharing?


Wer ein Auto hat, zahlt nicht nur die Anschaffungskosten: Steuern, Versicherung, Reparaturen, Reifenwechsel, TÜV, etc. - so kommen im Laufe der Zeit ganz schöne Kosten zusammen. Wer weniger als 8.000 Kilometer im Jahr zurücklegt und hauptsächlich Kurzstrecken fährt, sollte sich Carsharing als Alternative zum eigenen Auto unbedingt einmal anschauen und die Kosten gegenüberstellen.

Kann sich jeder anmelden?


Ein Führerschein ist natürlich Voraussetzung. Manchmal ist auch ein Mindestalter oder ein Mindestzeitraum seit Erwerb des Führerscheins vorgeschrieben.

Wer muss das Auto tanken?


Eigentlich kümmert sich der Anbieter um das Tanken. Sollte man trotzdem doch mal tanken müssen, sind in den Fahrzeugen entweder Tankkarten hinterlegt oder man bekommt das ausgelegte Geld erstattet. Einige Firmen gewähren ihren Kunden sogar Freiminuten, wenn sie das Auto tanken oder waschen lassen. Das kann sich durchaus lohnen!

Wer zahlt fürs Parken?


Die meisten Carsharing-Autos haben Parklizenzen, sprich man kann das Auto ohne Bezahlung auf öffentlichen Parkplätzen oder auch in autorisierten Parkhäusern abstellen. Ausgenommen sind allerdings Anwohnerparkzonen, Parkplätze mit Parkscheibe, Behindertenparkplätze, Halteverbots- und Taxizonen. Ab und an wird man um die Parkplatzsuche also auch mit einem Carsharing-Auto nicht drumherum kommen.

Kann man mit einem Carsharing-Fahrzeug zum Flughafen fahren?


Car2Go und Drive Now bieten gegen eine zusätzliche Gebühr (je nach Flughafen zwischen 4 und 12 Euro) die Möglichkeit, ein Auto am Flughafen abzustellen bzw. anzumieten. Im Vergleich zu Taxikosten kann Carsharing hier also durchaus eine lohnende Alternative darstellen.

Wer kommt im Schadensfall auf?


Die Fahrzeuge sind für gewöhnlich vollkaskoversichert. Allerdings hat man häufig einen Selbstbehalt, den man bei einem Unfall zahlen muss. Bei der Mitgliedschaft sollte man daher unbedingt darauf achten, wie hoch dieser Betrag ist.

Was passiert, wenn man geblitzt wird?


Der Anbieter kann genau nachvollziehen, wer wann mit welchem Auto unterwegs war. Bei einem Verkehrsdelikt muss man also zahlen und im Zweifelsfall sogar noch eine Bearbeitungsgebühr obendrauf berappen.

WIE EINFACH Extra-Tipp:
Am besten registriert man sich direkt bei zwei oder mehreren Anbietern. Anbieter, die bei kurzen Strecken günstig sind, haben bei längeren Strecken oft verhältnismäßig hohe Preise - und umgekehrt. Kombiniert man Angebote, holt man am meisten raus.