Getränke im Gesundheitscheck

Wer viel trinkt, bleibt fit, aber nur, wenn das Richtige ins Glas kommt. Welche Getränke das sind, hat WIE EINFACH! unter die Lupe genommen.
Getränke im Gesundheitscheck Getränke im Gesundheitscheck Getränke im Gesundheitscheck
Foto: rawpixel/Unsplash
Trinken, trinken, trinken - besonders in heißen Sommern liest und hört man ständig, wie wichtig es ist, an eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr zu denken. Und das aus gutem Grund, denn Wasser spielt in unserem Körper eine zentrale Rolle. Es ist Transportmittel, Zellbestandteil, reguliert unsere Körpertemperatur und hat noch viele weitere Funktionen. Schon ein Defizit von 2 Prozent im Wasserhaushalt führt laut einer Studie der Forscher Armstrong und Epstein zu nachweisbaren Einschränkungen in der körperlichen und geistigen Leistungsfähigkeit. Je größer der Mangel, desto krasser die Auswirkungen auf unsere Gesundheit. Damit es gar nicht erst dazu kommt, reagiert der Organismus und sendet uns ein deutliches Signal: Durst. Wir tun gut daran, darauf sofort zu reagieren.

Wie viel sollen wir trinken?


Es gibt keine allgemeingültige Empfehlung, wie viel wir täglich trinken sollten. Unser Bedarf hängt von individuellen Faktoren wie z.B. dem Körpergewicht oder aufgenommen Nahrung und äußeren Faktoren wie etwa dem Klima oder der körperlichen Aktivität ab. Der Richtwert für Erwachsene liegt bei 30 bis 35 ml Wasser pro Kilogramm Körpergewicht. Ein 75 kg schwerer Mann müsste also circa 2,6 Liter Flüssigkeit "nachfüllen". Ein Teil davon (circa 700 bis 1000 ml) nehmen wir über die Nahrung auf. Mindestens 1,5 Liter sollten wir pro Tag trinken. Bei körperlicher Arbeit oder heißem Klima sogar deutlich mehr. Was viele nicht wissen: Wer erst am Abend kräftig bechert, schützt sich nicht vor den negativen Folgen der körperlichen "Dürrephase", weil der Magen- und Darmtrakt zu große Wassermengen nicht auf einmal aufnehmen kann. Die wichtigste Regel lautet also: Trinken Sie über den Tag verteilt! Leitungs- und Mineralwasser sind dafür besonders gut geeignet, doch viele wünschen sich auf Dauer auch mal Abwechslung. Das Angebot an geschmackvollen Alternativen in der Getränkeabteilung des Supermarktes ist groß und unübersichtlich. Grund genug für WIE EINFACH! Angesagtes und Altbewährtes unter die Lupe zu nehmen und vorzustellen, wie Sie in Zukunft Ihren Durst stillen sollten.


Getränke: Fitmacher oder Dickmacher im Überblick


Trinkwasser:
Laut dem Umweltbundesamt ist die Trinkwasserqualität in Deutschland meist sehr gut und unterliegt strengen Kontrollen. Die weiteren Vorteile: Das Nass aus dem Wasserhahn ist günstig, kalorienfrei und fast überall verfügbar.WIE EINFACH!-Tipp: Besonders in Altbauwohnungen morgens und nach dem Urlaub, den Wasserhahn kurz laufen lassen, bevor Sie Ihr Glas füllen, denn im Stagnationswasser können sich Mikroorganismen aus den Leitungen anreichern.

Mineralwasser:
Die Bezeichnung "Mineralwasser" ist hierzulande klar in der deutschen Mineral- und Tafelwasserverordnung definiert. Diese unterscheidet zwischen natürlichem Mineralwasser, Tafelwasser und Trinkwasser. Tafelwasser besteht aus Trinkwasser und weiteren Zusatzstoffen z.B. Sole oder Mineralstoffen. Natürliches Mineralwasser hingegen muss von "ursprünglicher Reinheit" und unterirdischen Ursprungs sein. Es hat einen natürlichen, relativ beständigen Gehalt an Mineralstoffen und Spurenelementen. Somit träg Mineralwasser zur Versorgung mit diesen Mikronährstoffen bei. Weil es wie Trink- und Tafelwasser keine Kalorien enthält, ist deshalb ein idealer Durstlöscher. WIE EINFACH!-Tipp: Sportler und Menschen, die zu Wadenkrämpfen neigen, sollten ein magnesiumreicher Sorte bevorzugen. Für starke Knochen sorgen calciumreiche Mineralwasser.

Kaffee:
162 Liter Kaffee werden in Deutschland pro Kopf verzehrt, damit steht er ganz oben auf die Hitliste der Lieblingsgetränke. Lange hatte der koffeinhaltige Wachmacher ein eher ungesundes Image, weil er stark anregend auf das Herz-Kreislaufsystem wirkt und entwässert. Heute belegen zahlreiche wissenschaftliche Studien, dass der Kaffeebohnentrunk nicht nur gesundheitlich unbedenklich ist, sondern sogar gesundheitsfördernde Eigenschaften besitzen kann. Wissenschaftler fanden über 1.000 verschiedene Inhaltsstoffe wie z.B. Vitamine und Mineralstoffe, Proteine und Fette, eine Vielzahl an Säuren und ein hoher Anteil an Antioxidantien in dem Heißgetränk. WIE EINFACH!-Tipp: Die Menge macht den Unterschied. Experten raten nicht mehr als 3-5 Tassen pro Tag zu genießen.

Tee:
Früchte-, Kräuter-, Rooibos-, Mate, Matcha, grüner Sencha oder schwarzer Assam - die Auswahl an Tees und speziellen Mischungen wird immer größer. Das ist grundsätzlich gut so, denn der pure Aufguss von getrockneten Früchten, Blüten oder Blättern ist ein kalorienfreier Durstlöscher mit großem Wirkungspotential. Ideal für den Morgen sind anregenden Sorten wie schwarzer, weißer, grüner Tee oder Matcha. Tagsüber schmeckt ein Aufguss von Hagebutte, Apfel, Beeren, Ingwer oder Zitrusfrüchten - gern auch als Eistee - sehr erfrischend. Für Arzneitees, Detoxteeund Co gilt: Beachten Sie die empfohlene Verzehrmenge, denn Heilkräuter wirken auf den gesamten Organismus und können bei Überdosierung auch mal unerwünschte Nebenwirkungen haben. WIE EINFACH!-Tipp: Fertiger Eistee aus dem Supermarkt in keine Alternative zu selbst aufgebrühtem Tee, denn er enthält häufig extrem viel Zucker und ungesunde Zusatzstoffe. Hier gilt: Finger weg oder gründlich das Etikett der Verpackung der Getränkestudieren.

Milchmixgetränke:
Milch ist eher ein Nahrungsmittel als ein Getränk, denn sie enthält Eiweiß, Fett, Kohlenhydrate, Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente und sättigt dementsprechend mehr, als dass sie unseren Durst löscht. Etwas leichter sind Buttermilch und Molke. Milchmixgetränke aus dem Kühlregal sind meist stark gesüßt und deshalb echte Kalorienbomben. Das gilt auch für Fruchtbuttermilch: ein 500 ml Becher Multivitamin Buttermilch von Müller enthält mehr als 66 g Zucker. Dies entspricht mehr als 20 Stück Würfelzucker!

Säfte und Smoothies:
Hier kommt es auf das Produkt an. Direktsäfte und Smoothies von Früchten und Beeren sind reich an Vitaminen, Mineralien und sekundären Pflanzenstoffen, weil aber auch viel fruchteigener Zucker enthalten ist, sollten sie eher als Snack betrachtet werden. Bessere Durstlöscher sind selbstgemixte Schorlen im Verhältnis 1: 3 Frucht/Mineralwasser. Sie gleichen nach dem Sport den Elektrolythaushalt aus und schmecken herrlich erfrischend.
WIE EINFACH!-Tipp: Saft ist nicht gleich Saft! Achten Sie genau auf die Bezeichnung des Getränkes und die Zutatenliste auf der Verpackung. Nektar und Fruchtsaftgetränke enthalten meist weniger Saft, dafür mehr Wasser und Süßungsmittel. Auch unter den industriell hergestellten Smoothies findet man so manchen Dickmacher. Deshalb: Lieber DIY-Smoothies genießen. Rezepte gibt es hier

Limonaden und Co:
Energydrinks, Limonaden und Cola sind besonders bei Jugendlichen beliebt, aber sie schaden der Gesundheit. So haben Experten der Verbraucherschutzvereinigung "Foodwatch" im Rahmen eines Reports die Auswirkungen von einem erhöhten Konsum zuckerhaltigen Limonaden. Das Ergebnis: Wer regelmäßig seinen Durst mit zuckerhaltigen Softdrinks stillt, fördert Übergewicht, Diabetes, Karies, Gicht und Herzkreislauferkrankungen. Die bessere Alternative: Selbstgemachte Limonade z.B. aus Mineralwasser mit frischem Zitronensaft, Kräutern und einer kleinen Menge Agavendicksaft oder ein eiskaltes Glas Infused Water.

Alkohol:
Kein Getränk ist unter Gesundheitsexperten so umstritten wie Alkohol. Da gibt es die Befürworter eines moderaten Konsums, die darauf hinweisen, dass Wein und Bier den Blutspiegel an schädlichem LDL-Cholesterin senken und das gute HDL-Cholesterin erhöht, Thrombose vorbeugt und Entzündungen hemmt. Die Gegner hingegen weisen darauf hin, dass der regelmäßige Verzehr promillehaltiger Drinks Leber und Gehirn schädigt, verschiedene Krebserkrankungen fördert und süchtig macht. Ernährungswissenschaftler warnen außerdem, weil Alkohol den Appetit anregt und die Fettverbrennung blockiert. WIE EINFACH!-Tipp: Die Dosis ist entscheidend. Zwei kleine Gläser Wein oder Bier pro Tag sind für den Mann unbedenklich. Bei Frauen liegt die Empfehlung mit einem Glas Wein oder Bier pro Tag deutlich niedriger, weil ihr Stoffwechsel Hochprozentiges schlechter abbaut.
Es kommt aber nicht nur auf die Menge an, sondern auch auf das Trinkmuster, so eine aktuelle Übersichtstudie aus Kroatien. Wer seinen Wein nach dem sogenannten mediterranen Trinkmuster genießt - also sein Glas Wein zum Essen verzehrt - kommt in den Genuss der positiven Wirkungen. Denn Untersuchungen zufolge entfaltet der Rebensaft seine gefäßschützenden Effekte vor allem in den Stunden nach dem Essen. Wer hingegen regelmäßig am Wochenende zu tief ins Glas schaut, riskiert seine Gesundheit.