Mach mal Pause!

Neue Studien zeigen, welche Power in regelmäßigen Pausen steckt. Eine Pause kann sogar richtig kreativ machen. Warum das so ist, erfahren Sie hier.
Mach mal Pause! Mach mal Pause! Mach mal Pause!
Foto: plainpicture
1. Ohne Pause: Mentaler Dauerbeschuss
Möglichkeiten, sich zu beschäftigen, sind heute rund um die Uhr verfügbar. Wer will, muss keine Sekunde Stillstand und Ruhe aushalten. Und dieses ertragen offensichtlich auch immer weniger Menschen. Wohin man blickt, wird gesurft, gepostet, geklickt und gezappt, was das Zeug hält. Die Kehrseite der Medaille? Wir können kaum noch ohne Zerstreuung und Anregung auskommen. Und es wird ganz schnell gähnend langweilig. Wenn unser Computer nicht schnell genug hochfährt, trommeln wir mit den Fingern ungeduldig auf der Tischplatte und empfinden das als "sinnlose” Zeitverschwendung.

2. Gesunde Pause: Schalt mal ab!
Dabei sind sie durchaus sinnvoll, diese kurzen Ruhe-Pausen. Seinem Gehirn zwischendurch ein paar Sekunden Entspannung zu gönnen, könnte Hirnforschern zufolge sogar der Schlüssel sein für mehr Kreativität und für mehr Erfolg. In einem Forschungsprojekt der University of Michigan wurden Probanden mit stupiden Aufgaben konfrontiert, während sie im Gehirnscan lagen. Wie erwartet schweiften die Gedanken nach kurzer Zeit ab, was an veränderten Aktivitätsmustern im Gehirn auch abzulesen war.

3. Pausen haben Potential
Was die Wissenschaftler jedoch herausfanden: Spannenderweise schalten die Gehirnströme im Zustand abwandernder Gedanken nicht auf Flatline. Vielmehr übernimmt tatsächlich ein so genanntes Default-Netzwerk die Regie, das fast genauso viel Energie verbraucht wie das konzentrierte Gehirnareal. Und es beginnt eine Kommunikation zwischen beiden Hirnarealen. Die ist dafür verantwortlich, dass zwar die Leistungsfähigkeit für die augenblickliche Aufgabe etwas abnimmt. Aber daraus entsteht eine Menge Potential: Jedenfalls schnitten die Probanden in einem darauf folgenden Test besser ab, je intensiver der Austausch zwischen beiden Hirnarealen war. Die Erkenntnis, die sich daraus ziehen lässt: Das Gehirn braucht offensichtlich Phasen geistiger Abwesenheit, um besonders effizient zu arbeiten.
Drei gute Tipps für die Pause auf Knopfdruck:
• Versuchen Sie bewusst zu entspannen und sich von Ihren Gedanken forttragen zu lassen. Dafür müssen Sie im wahrsten Sinne abschalten. Im Klartext: Handy aus! Sie könnten beispielsweise im Bus oder in der Bahn einfach aus dem Fenster schauen und der vorbei fliegenden Landschaft zuschauen, statt ständig aufs Display zu starren.

• Eine kleine Gedanken-Auszeit im Büro müssen Sie sich bewusst vornehmen, sonst gelingt sie nicht im täglichen Wahnsinn. Was das bedeutet? Gezielt runterfahren zum Beispiel mit Entspannungs-Tools. Eine Empfehlung ist die Website www.donothingfor2minutes.com. Oder die Achtsamkeit App. Sie haben die Wahl, ob Sie still meditieren oder sich von einem Profi begleiten lassen wollen. Schon 5 Minuten können Wunder wirken (iTunes, 1,79)

• Auch aktive Pausen sind zielführend. Ganz unter dem Motto: Raus aus der Mühle, rein in die Gefühle! Dabei geht es darum, vor die Tür zu gehen und mit allen Sinnen wahrzunehmen. Wie hört es sich an, wenn der Regen auf die Blätter trommelt? Wenn die Sonnenstrahlen die Blätter der Bäume und Pflanzen zum Leutchten bringen? Genießen und entspannen Sie...