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Die Macht der Musik

Musik kann bewegen, tief berühren und zu Höchstleistungen antreiben. Und sie entfaltet eine Kraft, deren Wirkung der Medizin neue spannende Wege eröffnet.

Die Macht der Musik
Foto: plainpicture/cultura

1. Musik, die wir mögen, geht unter die Haut


Jessye Normans voller Sopran kann Fans Schauer über den Rücken jagen. Andere wiederum lassen sich von Stings Gitarrensoli und seiner unverwechselbaren Stimme davontragen. Auch der hammerharte Beat von Rammstein schafft es, den Puls seiner Anhänger in die Höhe zu treiben. Drei Musikrichtungen, die Galaxien voneinander entfernt sind. Und doch haben sie eines gemeinsam: Sie gehen dem, der für sie empfänglich ist, unter die Haut. Musik kann tiefes Glück bescheren. Sie kann Erinnerungen an schöne Momente hervorrufen und an todtraurige: die erste große Liebe, die Studienzeit, aber auch den Verlust eines Menschen. Musik heizt an, wenn wir Sport treiben und sorgt dafür, dass wir entspannen und die Seele baumeln lassen. Mit dem passenden Sound im Kino dringen Liebesszenen bis ins Innerste vor, wir fiebern mit, wenn Höchstspannung in einem Thriller musikalisch gepusht wird. Und schließlich kennt jeder die Wirkung von Schlafliedern, die Babys beruhigen sollen.

WIE EINFACH-TIPP: Öfter mal selbst singen
Musik ist ein Stimmungs-Booster und kann trübe Schwingungen auflösen. Die Harmonien stellen einen direkten Draht zu unserer Gefühlswelt her, dem limbischen System. Wer selbst singt, kann die Wirkung noch beschleunigen. Beim Singen werden die Gesichtsmuskeln ähnlich wie beim Lachen angespannt. Auch die Atmung wird beim Singen tiefer, was die Sauerstoffaufnahme und die Durchblutung anregt. Das kann Blockaden im Körper lösen und große Glücksgefühle im Gehirn auslösen.


2. Die therapeutische Kraft von Musik


Das Geheimnis der Klänge beschäftigt zunehmend auch Ärzte, Psychologen und Neurowissenschaftler. Denn sie haben entdeckt, auf welche unterschiedliche Art und Weise sich Harmonien und Rhythmus für therapeutische Zwecke einsetzen lassen. Bei Depression und auch in der Kinder- und Jugendpsychatrie gehört Musik inzwischen zu einem wichtigen Heilungsansatz. Sie kann bei Demenzkranken Erinnerungen hervorrufen, die schon lange verblasst sind. Wie stark der Sog von Musik ist, zeigt eine Studie mit Alzheimer-Patienten: Spannenderweise konnten sie noch alle drei Strophen von »Am Brunnen vor dem Tore« singen, obwohl sie sich sprachlich nicht mehr auszudrücken vermochten. Der Mechanismus funktioniert offenbar besonders gut mit der Lieblingsmusik, die einen ein Leben lang begleitet. Die Muskulatur von Menschen, die nach einem Schlaganfall oder Hirntrauma wichtige Funktionen ihres Körpers verloren haben, lässt sich mit bekannten Melodien erfolgreich stimulieren. Musik wird auch in der Schmerztherapie eingesetzt, weil es die Konzentration des Stresshormons Cortisol im Blut verringert. Patienten, denen man während einer Operation fröhliche Klavierstücke vorspielt, brauchen offenbar weniger Narkosemittel.

WIE EINFACH-Tipp: Selbstbehandlung mit Musik
Musik und Gesang werden auch in der Sprachtherapie eingesetzt. Insbesondere Menschen, die stottern, kann damit geholfen werden. Was bei Depression hilft? Sich mit Musik bewegen. Tanzen macht locker und hebt die Laune! Wie stark das durch Musik ausgelöste Gänsehaut-Gefühl ist, konnten kanadische Gehirnforscher mit bildgebenden Verfahren sichtbar machen: Beim Hören der Lieblingsmusik befindet sich offenbar der Nucleus accumbens im Dopaminrausch. Diese Hirnregion gehört mit zum Belohnungszentrum, das auch für das Wohlgefühl beim Sex und beim Essen verantwortlich ist. Also: Öfter mal aufdrehen!


3. Mehr Power mit Musik


Früher undenkbar, inzwischen aus der Leistungssportszene kaum noch wegzudenken: Musik, die Athleten fokussiert und zu Höchstleistungen antreibt. Schwimmer kommen mit Kopfhörern in die Arena wie der Weltklasse- Schwimmer Michael Phelps, dem Hip-Hop den nötigen Push verpasst. Auch im Mannschaftssport haben Hymnen die Funktion, den Teamgeist zu stärken und auf Sieg einzuschwören. Ulrich Oldehaver von mindvisory.com, Mental-Coach vieler erfolgreicher Athleten, kennt die Hintergründe: »Musik berührt tiefe Regionen der Gefühlswelt. Sie hilft, zu fokussieren. Wer über seine Grenzen hinaus will, braucht eine innere Präsentation der Aufgabe und tiefe Emotionen. Meine Empfehlung: Mache ein Bild davon, wie schön sich das anfühlt zu siegen, mache das Bild riesengroß und lege den fetten Sound deiner Lieblingsmusik darunter - das kann beflügeln.« Energien schäumen über und führen zu einem erhöhten Erregungszustand und mehr Power.

WIE EINFACH- Tipp: Legen Sie sich eine Playlist zu!
Finden Sie heraus, mit welcher Musik sie richtig abgehen. Mit einer Playlist dieser Lieder können Sie sich besonders in Stimmung bringen - egal bei welchem Sport, ob beim Joggen, Rad- oder Skifahren. Es funktioniert auch umgekehrt: Es gibt Harmonien, die uns runterfahren, beruhigen und auf Entspannung einstimmen. Gleichgültig, ob es ein Klavierkonzert ist oder der Gesang der Lieblingsinterpreten: Setzen Sie diese Musik bewusst ein. Und: Drehen Sie ab, wenn sie bestimmte Klänge nicht hören können. Denn auch das vermögen die falschen Töne: Sie können richtig »aggro« machen.


4. Kinder, hier spielt die Musik


Es ist das Verdienst einer enormen Analyseleistung des Gehirns, dass Töne zu Musik werden und einen unverwechselbaren Wiedererkennungswert erzeugen. Das geschieht offensichtlich schon im Mutterleib, wie eine amerikanische Studie nachweisen konnte. Neugeborene reagierten besonders auf jene Klänge, mit denen sie vor der Geburt beschallt wurden. Im frühesten Alter üben Melodien und Rhythmen eine Sogwirkung aus. Schon Dreijährige klatschen und stampfen begeistert und können Refrains gut rekapitulieren. Ein Intervall ist dabei besonders eingängig: Es ist die C-Dur-Terz, auf der ein Großteil aller Kinderlieder basiert. Wer früh beginnt, selbst ein Instrument zu spielen, kommt in den Genuss besonders guter Synergieeffekte. Inzwischen weiß man, dass die Fähigkeiten, seine Finger wie etwa beim Klavierspielen asynchron bewegen zu können, zu einer besonderen Vernetzung im Gehirn führt. Bei Profimusikern sind solche Veränderungen in Gehirn-Scans sogar nachweisbar. Bei ihnen ist der, beide Gehirnhälften verbindende Balken deutlich dicker. Das zeigte sich vor allem dann, wenn sie schon im Alter von sieben Jahren mit dem Üben begonnen hatten. Inwiefern Musik die Intelligenz fördert, ist immer wieder Gegenstand von Studien. Fakt ist: Wer entspannte Klänge hört, schneidet bei stressigen Prüfungen besser ab. Was vielleicht erklärt, warum Kopfhörer in Großraumbüros inzwischen kaum wegzudenken sind.

WIE EINFACH-Tipp: Musik stärkt und verbindet
Der Film »Die Kinder des Monsieur Mathieu« ist der beste Beweis für die Macht der Musik. Auch in der Realität kann man Kinder damit von der schiefen Bahn holen. Sich gemeinsam auf der Bühne zu Musik zu bewegen stärkt das Selbstbewusstsein, was der Erfolg von Kinder-Tanztheatern zeigt.

Geheimtipp: Frühkindliche Musikerziehung finden Sie in jeder größeren Stadt. Dort wird mit Instrumenten und Rhythmus experimentiert.

Drei Fakten über Musik, die Sie noch interessieren könnten


1. Gitarre spielende Männer haben bei Frauen einen guten Run. Das fanden französische Forscher heraus, die Männer mit und ohne Klampfe auf die Pirsch schickten. Ergebnis? Mit Gitarre waren 31 Prozent der Frauen bereit, ihre Telefonnummer heraus zurücken, ohne Musikinstrument waren es nur 14 Prozent. Musizierende Männer gelten wohl als feinfühliger und intelligenter, so das Fazit der Studie.

2. Einer kanadischen Studie zufolge mögen wir auch unbekannte Töne. Probanden sollten während eines Hirn-Scans Lieder kaufen. Interessanterweise waren sie bei Klängen besonders spendabel, die im Gehirn tiefe Emotionen hervorriefen. Was das heißt? Dass der auditive Kortex neue Töne mit alten Fragmenten abgleicht, die dort gespeichert sind.

3. Es gibt Menschen, die Töne als Farben wahrnehmen. Synästhesie heißt das. Die bekannte Pianistin Hélène Grimaud gehört zu ihnen. Sie hat erklärt, dass sich ein Bach-Präludium, das sie spielt, plötzlich in ein leuchtendes Rot-Orange verwandelt - was über die akustische Harmonie hinaus unfassbar schön sein muss.


Von Franziska Wischmann



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