Mit Hund in der Stadt: Tipps zur Erziehung

Wir verraten, wie ein Leben mit Hund in der Stadt reibungsfrei gelingt. Hundeerziehung ohne Stress: WIE EINFACH! mit praktischen und wirkungsvollen Tipps.
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Foto: Thinkstock

Mit Hund in der Stadt: Regelmäßige Spaziergänge & Ausflüge


Neben täglichen Mahlzeiten und Leckerlis stellen regelmäßige Spaziergänge für einen Hund in der Stadt das größte Vergnügen dar. Je nach Größe und Rasse sollte man zwischen drei- und fünfmal täglich mit seinem Hund an die frische Luft gehen. Die individuellen Bedürfnisse variieren dabei stark je nach Rasse: Gerade Jagdhunde und Schweißhunde wie Dackel oder Gordon Setter lieben Schnüffelspiele wie das Suchen versteckter Leckerlis - sowohl draußen als auch in der Wohnung. Windhunde wiederum benötigen extrem viel Auslauf, während ein Labrador das Wasser liebt und leidenschaftliche gern schwimmt. Jede Rasse hat ihre eigenen Vorlieben. Nach diesen sollte man sich vor der Anschaffung eines Hundes erkundigen. Generell gilt: Je häufiger und ausgedehnter die Frischluft-Ausflüge, desto besser für das Wohlergehen des Tieres. Wer einen eigenen Garten hat, sollte diesen nicht als Ersatz für Spaziergänge nutzen. Denn wenn der Hund nicht genügend Auslauf hat, besteht die Gefahr, dass er sich zum Kläffer mit einem stark ausgeprägten Revierverhalten entwickelt. Tipp:
Wer sich einen Hund kaufen möchte, findet hier 5 gute Gründe, sowie Tipps, die dabei helfen, das Zuhause trotz Vierbeiner sauber zu halten.

Hundehaltung in der Wohnung: Mietvertrag


Was viele nicht wissen: Seit März 2013 ist ein generelles Nein zur Hundehaltung im Mietvertrag verboten. Denn für ein Verbot muss der Vermieter nachvollziehbare Gründe aufführen, zum Beispiel, dass die Interessen und Belange der anderen Mieter deutlich eingeschränkt werden. Auch die Beschaffenheit der Wohnung oder die Rasse des Hundes können als Grund angegeben werden. Im Falle eines Standardmietvertrages stehen die Chancen für das Zusammenleben mit einem vierbeinigen Mitbewohner generell jedoch sehr gut. Tipp: Je ruhiger der Hund und je weniger er zum Bellen neigt, desto besser für alle Beteiligten. Idealerweise sollte man also von Anfang an dafür sorgen - gegebenenfalls mit Hilfe eines Hundetrainers -, dass sich der Vierbeiner das Bellen gar nicht erst angewöhnt. Nützliche Tipps und Beratung zum Thema Hundehaltung in der Wohnung findet man auch beim Mieterschutzbund.

Den Hund alleine zu Hause lassen


Wer einen Welpen hat, sollte das gelegentliche Alleinbleiben von Anfang an trainieren - ein sehr wichtiger, nicht zu unterschätzender Aspekt in der Hundeerziehung. Hilfreich ist es, die Abwesenheit innerhalb der eigenen Wohnung zu üben. Also beispielsweise das Wohnzimmer, in dem das Hundekörbchen steht, regelmäßig und in immer längeren Abständen verlassen und in einen anderen Raum wechseln und dabei die Tür schließen. Nur um anschließend kommentarlos (!) wiederzukehren. So lernt der Hund, dass Ihre zwischenzeitliche, behutsam gesteigerte Abwesenheit normal ist und keine Gefahr besteht, da Sie ja immer wieder auftauchen. Im nächsten Schritt kann man dann probeweise die Wohnung für einige Minuten verlassen und auch diese Abwesenheit nach und nach steigern, bis Theaterbesuche, Sportkurse und Co kein Problem mehr sind und man seinen Hund alleine zu Hause lassen kann.

Welpentraining und Co: Hundeerziehung in der Stadt


Besonders in der Stadt lauern zahlreiche Gefahrenquellen und Ablenkungen - in Form von Autos, Straßenbahnen und Fahrrädern oder wehenden Papiertüten, Tauben, Menschen und natürlich anderen Hunden. Aus diesem Grund ist es in der Stadt immer ratsam, den Hund an der Leine zu führen, selbst wenn keine Leinenpflicht besteht. Und genau deshalb ist eine gute Hundeerziehung unerlässlich. Je früher sie beginnt, desto besser. Denn gerade Welpen sind sehr lernfähig und lieben es, beschäftigt und gefördert zu werden, jedoch benötigen sie dafür regelmäßiges (!) und intensives Training. Aus diesem Grund gehört Welpentraining zum Pflichtprogramm eines jeden neuen Hundebesitzers. Aber auch bei erwachsenen Hunden, die beispielswese aufgrund eines Umzuges erstmals mit dem (hektischen) Stadtleben in Berührung kommen und dadurch verunsichert sind, kann gezieltes Hundetraining wahre Wunder bewirken. Das Gleiche gilt für Vierbeiner, die sich plötzlich aggressiv Kindern oder anderen Hunden gegenüber verhalten. Mit den richtigen Tricks und Befehlen können dem Hund solche "Macken" ganz schnell wieder ausgetrieben werden.

Gassigehen - die wichtigsten Befehle


Wichtig: Bei Situationen, die den Hund überfordern, wie beispielsweise Busfahrten, schüttet der Körper des Hundes jede Menge Stresshormone aus. Und dann ist er für ein Training oder für Befehle unempfänglich, weil er voll und ganz mit der Bewältigung der Stresssituation zu kämpfen hat. Deshalb sollte man den Hund langsam an die Gepflogenheiten der Stadt heranführen: Statt an einem hektischen Samstag also lieber an einem ruhigen Sonntag durch die Straßen laufen und den Hund mit lockerer Leine die Gegend erkunden lassen und zwischendurch immer wieder Pausen einlegen. Leckerlis einpacken nicht vergessen und die wichtigsten Befehle wie "Bei mir", Sitz", "Stopp", "Bleib" oder "Warte" üben. Am besten gelingt dies mit Hilfe eines Hundetrainers oder mit Videotutorials und Fachlektüre.

Faustregel: Das wichtigste Kommunikationsmittel zwischen Halter und Hund ist der Blickkontakt. Deshalb ist der erste Schritt, den Vierbeiner bei jedem zufälligen Blickkontakt zu loben. Je sicherer der Blickkontakt, desto besser. Genauso wichtig wie der Blickkontakt, dem Befehle wie "Warte" folgen, ist das anschließende Auflösungssignal. Dies kann in Form einer Handbewegung oder aber in Form eines akustischen Signals wie "Und los" geschehen.

Hundeführerschein


Leider gibt es in Deutschland bisher noch keinen einheitlichen Hundeführerschein und auch keine Hundeführerscheinpflicht, dabei stellt genau solch ein Führerschein eine große Hilfe in Sachen Hundeerziehung dar. In einigen Bundesländern wird der Hund sogar erst mit dem Erwerb des Führerscheins von der Leinenpflicht entbunden. Meistens wird der Führerschein als Kombination aus Theorie und Praxis angeboten. Der theoretische Teil umfasst 12 Stunden Hintergrundwissen, angefangen von der Sozialisation des Welpen, über die Kommunikation von Hunden, das Vermeiden von Gefahrensituationen, bis hin zu den Rechten und Pflichten des Hundehalters. Im praktischen Teil werden unter anderem das Gehen an der lockeren Leine sowie Rückrufe im Freilauf geübt - sowohl in städtischer Umgebung als auch in Parks.
Voraussetzungen für den Erwerb eines Hundeführerscheins sind ein Mindestalter des Hundes von 12 Monaten, ein ordnungsgemäßer Impfausweis sowie eine Tierhaftpflichtversicherung (die man so oder so abschließen sollte, um sich gegen finanzielle Risiken abzusichern). Der Hundehalter selbst muss mindestens 16 Jahre alt sein.

Netzwerk für Notfälle: Freunde, Hundesitter und Hutas


Vor der Anschaffung eines Vierbeiners sollte man unbedingt ein Netzwerk aus Freunden, Nachbarn oder einer professionellen Hundebetreuung aufbauen, das einem im Krankheitsfall, bei wichtigen Terminen oder Reisen zur Seite steht und einspringen kann. Inzwischen gibt es in Städten ja glücklicherweise ein breites Angebot an "Hutas" (Hundetagesstätten) sowie Dogsittern, die mit den Vierbeinern einzeln oder in Hundegruppen Gassi gehen. Im Zweifel Empfehlungen bei anderen Besitzern einholen!

WIE EINFACH Tipp
Ein Hund im Büro reduziert nicht nur den eigenen Stress, sondern auch den der Kollegen. Außerdem wirkt er sich extrem positiv auf Gemüt und Gesundheit aus. Ein Plädoyer für tierisch gute Zusammenarbeit!