Plastikfrei leben: 10 einfache Zero-Waste-Tipps

Plastikfrei leben leicht(er) gemacht: Wir stellen Ihnen 10 Zero-Waste-Tipps vor, mit denen Sie im Alltag ganz einfach Plastikmüll vermeiden.
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Foto: Stef Westheim/Unsplash
Laut der Deutschen Umwelthilfe verbrauchen wir alleine in Deutschland jährlich drei Milliarden (!) Einweg-Kaffeebecher. Derzeit treiben auf unseren Ozeanen bis zu 140 Millionen Tonnen Plastikmüll. Die Größe dieser Plastikinseln lässt sich nur schwer einschätzen, laut Greenpeace soll dieser gigantische Müllteppich inzwischen jedoch die Größe Zentraleuropas erreicht haben. Endlich reagiert nun auch die Politik auf diese katastrophale Umweltverschmutzung: Die EU-Kommission plant ein Verbot für Einweg-Plastikprodukte. Dazu zählen unter anderem Strohhalme aus Plastik, Plastikgeschirr, Plastikbesteck, Wattestäbchen mit Plastikanteil, Einwegbecher und -deckel aus Plastik sowie leichte Plastiktüten. Wann genau das Gesetz in Kraft treten wird, ist derzeit noch nicht klar. Wir hoffen, so schnell wie möglich!

Aber wir können ja schon mal mit gutem Beispiel vorangehen und anfangen, alltägliche Plastikartikel durch nachhaltige Mehrwegartikel zu ersetzen. Das Beste: Langsam werden aus diesen neuen Gewohnheiten feste Routinen, die aus Ihrem Alltag nicht mehr wegzudenken sind. Zudem sparen Sie langfristig sogar Zeit und Geld, da die Mehrweg-Alternativen eine wesentlich längere Lebensdauer haben und weil Sie nicht ständig neue Produkte anschaffen und entsorgen müssen.
Als Vorreiterin dieser Zero-Waste-Bewegung gilt übrigens die Berlinerin Milena Glimbovski, die mit Original Unverpackt den ersten Zero-Waste-Supermarkt überhaupt gegründet hat. Im Folgenden verraten wir 10 Zero-Waste-Tricks, die es Ihnen erleichtern, künftig auf Plastiktüten und Co "zu verzichten". Plastikfrei leben leicht gemacht.

Verpackungen - Aufbewahrungen und Reinigung


Im Alltag, etwa beim Einkauf oder aber im Haushalt lässt sich dauerhaft jede Menge Plastik einsparen. Im Folgenden verraten wir, welche nachhaltigen Alternativen Ihnen zur Verfügung stehen.

1. Mehrwegbecher statt Pappbecher
Zugegeben, der Mensch ist ein Gewohnheitstier: Aber keine Sorge, eine der größten Verpackungssünden - die Rede ist vom Einwegbecher - lässt sich problemlos vermeiden, indem man ihn ab sofort durch einen schönen Mehrwegbecher ersetzt. Diese wiederverwendbaren Becher sind in der Regel aus ressourcenschonenden Materialien wie Bambus oder aber aus Porzellan gefertigt. Kurzfristig werden für deren Herstellung zwar mehr Energie und Ressourcen benötigt, langfristig jedoch sieht die Ökobilanz wesentlich besser aus als bei jedem beschichteten Pappbecher. Und schöner aussehen tun sie allemal. Wer sich einmal angewöhnt hat, seinen persönlichen Mehrwegbecher morgens oder am Wochenende im Jutebeutel mit sich zu führen, versteht gar nicht, weshalb er das nicht schon früher getan hat.

2. Jutebeutel statt Plastiktüte
Womit wir auch schon beim nächsten Punkt wären. Es erforderlich lediglich ein wenig Mit- und Vorausdenken, um künftig Plastik- und Papiertüten beim Einkauf zu vermeiden. Im Grunde genommen muss man sich nur angewöhnen, stets einen Jutebeutel oder eine anderweitige (platzsparende) wiederwendbare Einkaufstasche mit sich zu führen - entweder im Auto oder aber in der Handtasche. Zudem bieten die meisten Zero-Waste-Shops inzwischen auch praktische dünne Baumwollbeutel in diversen Größen an, in denen sich Obst, Gemüse und Co verstauen lassen.

3. Edelstahldose statt Plastik- und Styroporverpackung
Inzwischen gibt es zahlreiche robuste und multifunktionale Edelstahldosen, die fest verschließbar und auslaufsicher sind und in denen sich Pausenbrote, Salate, Snacks und Co prima transportieren lassen. Tipp: Mittlerweile nehmen auch immer mehr Restaurants und Cafés selbst mitgebrachte Boxen und Tupperdosen an und füllen diese mit Gerichten, statt Wegwerfverpackungen zu verwenden. Einige Imbisse gehen sogar noch einen Schritt weiter und bieten Mehrweg-Behältnisse zum Verkauf an.

4. Wachstücher statt Frischhaltefolie & Co
Vegane, nachhaltige Wachstücher sind die perfekte Alternative zu Frischhaltefolie und Co. Die Wachstücher werden nach der Benutzung einfach mit kaltem Wasser abgespült (falls nötig, kann man auch alkoholfreies Spülmittel verwenden). Durch Wärme der Hände werden die Wachstücher formbar und flexibel und lassen sich prima zum Einpacken von Frühstücksstullen, Snacks oder Käse im Kühlschrank verwenden. Die Tücher bestehen in der Regel aus einem Mix aus Bio-Baumwolle, Pflanzenwachs und Baumharz.

5. Waschsoda, Zitrone und Kernseife statt Putzmittel
Statt zahlreiche, chemische und in Plastik verpackte Putzmittel zu kaufen, lassen sich mit gängigen Haushaltsmitteln wie Waschsoda, Kernseife und Zitronensaft in Sekundenschnelle zahlreiche ergiebige Wasch- und Reinigungsmittel kreieren. Aus Soda, Kernseife und Zitronensäure lässt sich beispielsweise ruckzuck ein effektives, preiswertes und umweltschonendes DIY-Waschmittel herstellen. Hier finden Sie ein tolles Rezept für ökologisches Waschpulver aus eigener Herstellung. Weitere smarte DIY-Tipps finden Sie in unserem Artikel Waschsoda: Ein vielseitiges Haushaltsmittel.

Körperpflege


Nicht nur im Haushalt, auch im Badezimmer können Sie deutlich Plastikmüll sparen, in dem Sie sich nach und nach von gewohnten Produkten verabschieden und diese durch andere, nachhaltige Alternativen ersetzen.

6. Bambuszahnbürste statt Plastik
Inzwischen sind ressourcensparende Bambuszahnbürsten längst nicht mehr bloß "Ökospinnern" vorbehalten, sondern im Mainstream angekommen und auch in gängigen Drogeriemärkten erhältlich. Welche Vorteile Bambuszahnbürsten mitbringen? Bambus zählt zu den besonders schnell nachwachsenden Rohstoffen - die Pflanze wächst rund zehnmal schneller als andere Vertreter. Zudem müssen bei der Produktion von Zahnbürsten keine Zusatzstoffe beigefügt werden, da Bambus naturgemäß ein extrem stabiles Gewächs ist. Aufgrund der Naturborsten sind Zahnbürsten aus Bambus nicht nur umwelt- sondern auch gesundheitsfreundlich.

7. Haarseife statt Shampoo und Spülung
In konventionellen Shampoos und Haarpflegeprodukten sind jede Menge bedenkliche Inhaltsstoffe enthalten wie etwa Silikone, Tenside und Feuchthaltemittel, die aus Mineralölen gewonnen werden. Zudem wird der Großteil der Haarpflegeprodukte in Plastik verpackt. Das ist gleich doppelt schädlich - für Körper und Umwelt. Dabei gibt es inzwischen jede Menge Körper- sowie spezielle Haarseifen, die aus rein pflanzlichen Produkten bestehen und lediglich in Papier verpackt sind und deshalb wunderbar haut- und umweltfreundlich zugleich sind.

8. Clevere All-in-one-Produkte
Besonders schlau - und vor allem praktisch - sind multifunktionale All-in-one-Produkte. Als Klassiker auf diesem Gebiet gilt die natürliche Fair Trade Flüssigseife von Dr. Bronner, die Öle aus kontrolliert biologischem Anbau enthält und die sich unter anderem als Shampoo, Körperöl, Zahnpasta und Badezusatz verwenden lässt. Alle Seifen sind biologisch abbaubar und vegan produziert. Die Flaschen bestehen zu 100 % aus recycelten Materialien.

9. Mehrweg-Q-Tips
Auch zu den handelsüblichen Q-Tips gibt es längst umweltfreundliche Alternativen wie etwa Mehrweg-Varianten oder aber Q-Tips aus Bambus und zertifizierter Bio-Baumwolle. Nach Benutzung können die Wattestäbchen einfach im Biomüll oder Kompost entsorgt werden, da sie komplett biologisch abbaubar sind.

10. Waschbare Abschminktücher
Mittlerweile gibt es auch zahlreiche wiederverwendbare Reinigungspads- und -Tücher aus Bio-Baumwolle, die eine wunderbare, waschbare Alternative zu Wegwerf-Kosmetiktüchern darstellen.

Das waren nur einige Beispiele, die hoffentlich als Inspiration dienen. Das Schöne: Wenn Sie sich einmal mit der Thematik auseinander gesetzt haben und dafür sensibilisiert sind, werden Sie im Alltag plötzlich viele Möglichkeiten entdecken, in denen ein nachhaltige(re)s Handeln möglich ist. Und dass das Ganze sogar Freude macht, da Sie auf die Weise Ihren ganz persönlichen Beitrag leisten, um dem Klimawandel entgegenzuwirken.