Schüchtern? Sechs Tipps, die helfen!

Schüchtern zu sein, ist weit verbreitet, aber wenig sexy. Vor allem für jene, die darunter leiden. Doch es gibt gute Tipps, was sich dagegen tun lässt!
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Foto: plainpicture/TOBSN
Kennen Sie das? Sie sollen eine Rede halten, doch Ihnen zittern die Knie und das Herz rast? Willkommen im Club! Das geht praktisch allen so, sogar Schauspielern, die cool wirken. Wie muss es erst schüchternen Menschen gehen, denen Rampenlicht und jede Form von Aufmerksamkeit ein Graus sind? Vom inneren Kampf der Schüchternen bekommen Außenstehende meist wenig mit. Das Hauptproblem liegt in einer überempfindlichen Selbstwahrnehmung. Verzagte fragen sich ständig, wie sie auf andere wirken. Und hemmen sich damit selbst. Äußerlich hingegen wirken sie sogar sympathischer als manch Angeber, sie gelten als gute Zuhörer und Freunde.

Schüchtern: Viel Übung hilft!


Doch die erfolgsorientierte Gesellschaft bevorzugt die Selbstdarsteller. Das zeigt sich schon in der Schule, wo Lehrer häufig jene besser benoten, die den Unterricht mit vielen Beiträgen nach »vorn bringen«. Und so ist es wenig überraschend, dass natürliche Gehemmtheit, die übrigens auch in Gehirnregionen nachweisbar ist, mit der Summe an Erfahrungen eher stärker wird als schwächer. Außer: Sie machen bewusst einen Reißschwenk und ändern Ihre Einstellung. Am besten mit der »Holzhammermethode«, weiß Angstforscher Borwin Bandelow, der ein Buch für Schüchterne geschrieben hat. Sein Plädoyer: Setzen Sie sich möglichst oft Situationen aus, vor denen Sie sich fürchten - und die Angst nimmt ab. Im Klartext: Mit dem 50. Vortrag wird alles leichter. Garantiert.

Erfolgstrainig für Schüchterne


1. Schüchtern bleibt im Kern schüchtern. Untersuchungen an der Harvard University in Boston haben gezeigt, dass bei schüchternen Menschen die Hirnregion, die für die Verarbeitung von Gefühlen und Abenteuer verantwortlich ist, deutlich mehr Aktivität zeigt. Es hilft also nur üben: Nehmen Sie sich kleine Aufgaben im Kreis von Bekannten vor, die Sie spielerisch auf den Ernstfall vorbereiten. Arbeiten Sie für einen Vortrag mit Karteikarten und Powerpoint, um sich an einem Gerüst entlanghangeln zu können.

2. Noch eine Studie aus Harvard: Das Selbstbewusstsein prägt nicht nur die Körpersprache. Auch der umgekehrte Fall ist belegt. Stehen Sie breitbeinig und mit Bodenhaftung. Versuchen Sie sich vorzustellen, dass die Füße die Wurzeln sind. Den Oberkörper bewusst gerade halten und die Schultern locker hängen lassen. Üben Sie unterschiedliche Haltungen vor dem Spiegel. Das hilft.

3. Ein gerader Blick, der anderen standhält, ist ein Zeichen für innere Stabilität. Auch das kann man üben. Guter Trick dabei? Beim Gegenüber die Nasenwurzel zwischen den Augen fixieren. Dann wird der Augenkontakt nicht unangenehm. Bei Vorträgen Punkte an der hinten gelegenen Wand ausmachen, an denen man sich orientiert.

4. Auch eine klare, deutliche Sprache zeugt von innerer Kraft. Das hat viel mit einer tiefen Bauchatmung zu tun. Guter Tipp: Nehmen Sie einen Schauspiellehrer, mit dem Sie an Ihrer Atmung und an einer deutlichen Aussprache arbeiten können. Schauspieler müssen viel trainieren, um die unterschiedlichsten Geräusche und Töne produzieren zu können.

5. Mehr Gelassenheit! Machen Sie sich immer wieder bewusst: Jeder Mensch hat Lampenfieber. Wirklich jeder. Eine Studie aus Edinburgh hat kürzlich gezeigt, dass selbst erfahrene Manager an ihrer Außenwirkung tunen und ihre wirklichen Gefühle verbergen. Stellen Sie sich die Gemeinde öfter mal nackt vor. Auch das kann Wunder wirken.

6. Entwickeln Sie Fähigkeiten, die Sie richtig gut beherrschen. Fangen Sie mit Sport an, lernen Sie ein Instrument spielen, gehen Sie in den Chor. Die Erfolge, die man plötzlich erzielt, haben ungeheuere Synergieeffekte für das Selbstbewusstsein. Positives Feedback stärkt und macht selbstsicher!