Was man mit Kastanien alles anstellen kann

Mit Kastanien kann man nur basteln oder Wildschweine füttern? Keinesfalls! Wir zeigen, was die kleine braune Nuss alles drauf hat!
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Foto: Thinkstock

Wäsche waschen mit Kastanien


In Drogerien und Reformhäusern bekommt man sie schon lange: Waschnüsse. Was aber kaum einer weiß: Auch Rosskastanien gehören zu den Seifenbaumgewächsen und können als Wasch- oder Spülmittel verwendet werden. Und das völlig kostenlos und mit gutem, ökologischen Gewissen (Waschnüsse werden meistens aus Indien importiert)! Sie enthalten Saponine, die wie Seife wirken. Für eine Ladung Wäsche benötigt man ca. fünf Kastanien. Entweder zerkleinert man sie mit einem Mixer oder gibt sie in einen Wäschebeutel oder eine alte Nylonstrumpfhose und hat ordentlich mit einem Hammer drauf. Solange Kastanien nicht vollständig getrocknet sind, lassen sie sich sogar auch mit einem Messer klein schneiden. Die zerkleinerten Kastanien werden mit dem gut zugeknotenen Waschbeutel mit in die Wäschetrommel gelegt. Bei Kontakt mit Wasser geben die Kastanien die Saponine frei und es entsteht eine Waschlauge. Selbst Feinwäsche und Wolle kann man mit Kastanienwaschmittel bedenkenlos reinigen. Dazu entfernt man vorher aber am besten die braune Schale, da diese Gerbstoffe enthält, die empfindlicherer Wäsche zusetzen kann. Wer sich vor Krümel in der Waschmaschine fürchtet, kann das Kastanienpulver auch in ein Glas geben und mit Wasser übergießen. Nach ca. 2 Stunden kann man die Waschlauge dann durch ein Sieb in die Waschmittelkammer geben oder sie für den Abwasch nutzen.

Extra-Tipp: Rosskastanien sind geruchslos. Gibt man einen Tropfen ätherisches Öl (z. B. Lavendel- oder Magnolienblütenöl) in die Waschmittelkammer, bekommt die Wäsche einen leichten Duft.

Shampoo aus Kastanien


Die oben bereits erwähnten Saponine reinigen nicht nur Wäsche, sondern auch Haare. Für das DIY-Kastanienshampoo zerkleinert man wieder fünf getrocknete Kastanien und gibt diese zusammen mit einem halben Liter Wasser und einem halben Liter Apfelessig in ein verschließbares Gefäß. Ca. 12 Stunden stehen lassen und durch ein Sieb in eine leere Shampooflasche füllen. Die Flüssigkeit wird gleichmäßig im Haar verteilt und beginnt dort mild zu schäumen. Natürlich muss man aufgrund der sehr flüssigen Konsistenz mehr nehmen als bei einem herkömmlichen Shampoo. Anschließend werden die Haare wie gewohnt mit Wasser ausgespült. Ökologischer kann Haarpflege nicht sein! Die Flüssigkeit am besten im Kühlschrank aufbewahren - dort hält sie sich ca. zwei Wochen lang.

Kastanienlauge gegen Blattläuse


Blattläuse können richtig nerven. Aber mit Chemiekeulen in der eigenen Wohnung hantieren, ist für viele häufig keine Option. Mit einer einfachen Kastanienlauge kann man die Schädlinge auf natürliche Art vertreiben. Dazu werden ca. 15 Kastanien zerkleinert und mit einem Liter Wasser aufgekocht und anschließend noch ca. 30 Minuten bei niedriger Flamme geköchelt. Abkühlen lassen, durch ein Sieb in eine Sprühflasche umfüllen und die Pflanzen damit großzügig und bei Bedarf täglich besprühen.

Kastanientinktur gegen schwere Beine


Neben Saponinen enthalten Kastanien auch Aescin, das durchblutungsfördernd wirkt und die Gefäßwände stärkt. Daher wird es häufig bei Venenbeschwerden, müden Beinen oder Krampfadern eingesetzt. Statt Cremes oder Gele aus der Apotheke oder Drogerie zu kaufen, kann man sich eine Kastanientinktur auch selbst anmischen. Dafür werden die Kastanien erst zerkleinert, in ein verschließbares Glas gefüllt und mit 40-prozentigem Wodka übergossen, bis alles gut bedeckt ist. Gut durchschütteln und ca. 3 bis 4 Wochen an einem warmen Ort ruhen lassen, zwischendurch immer mal wieder schütteln. Nach der Ruhephase die Flüssigkeit durch ein Sieb abgießen und am besten in einem dunklen Gefäß kühl aufbewahren. Die Tinktur kann direkt auf die Haut aufgetragen oder z. B. als Badezusatz mit in die Wanne gegeben werden.

Kastanien trocknen und haltbar machen



Leider kann man Kastanien nur im Herbst sammeln. Trocknet man sie aber, kann man das Pulver das ganze Jahr über verwenden.

So geht's:

1. Kastanien mit Wasser und evtl. ein wenig Seife waschen.
2. Mit einem Mixer oder einem Hammer zerkleinern.
3. Auf einem Tuch ausgebreitet an der Luft trocknen lassen. Alternativ für ca. zwei Stunden bei 40 Grad auf einem Backblech in den Ofen schieben.
4. Das trockene Pulver in ein verschließbares Glas füllen. Wenn es nicht feucht wird, hält es das ganze Jahr.