Hand-Lettering: Einfach schöner schreiben

Auf Karten, Buchcovern oder auf Schiefertafeln in Restaurants: Hand-Lettering erlebt eine Renaissance. Und es ist gar nicht so schwer zu erlernen.
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Foto: plainpicture/K. Synnatzschke
Bei Facebook, Instagram und Pinterest sind sie längst allgegenwärtig: Sprüche und Zitate, die hübsch illustriert sind. Die verwendeten Schriften werden immer häufiger nicht mehr mit dem Computer entworfen, sondern mit der Hand. Und tatsächlich ist die Kunst gar nicht so schwer zu erlernen. Und mit ein wenig Übung lassen sich dann die schönsten Geschenkideen umsetzen: Wie wäre es z. B. mit einer selbst designten Karte zur Hochzeit oder zum Geburtstag? Auch Geschenkpapier- oder Anhänger bekommen mit der Technik eine hübsche, individuelle Note.



Was genau ist Hand-Lettering?


Hand-Lettering heißt eigentlich nur, dass Buchstaben mit der Hand und eben nicht elektronisch gezeichnet wurden. Allerdings werden die Buchstaben mit sehr viel Sorgfalt gemalt, so dass sich ganz individuelle Schriften ergeben, die sehr dekorativ sind. Sie erinnern in ihrer Form an Kalligraphie - allerdings werden hierbei meistens ganze Texte in Schönschrift verfasst und es kommen Tinte und Feder zum Einsatz. Beim Hand-Lettering hingegen werden nur einzelne Sätze oder Sprüche mit einem Filzstift illustriert.

Welche Utensilien benötigt man?


Ganz am Anfang reicht ein einfacher Schreibblock aus, auf den man seine ersten Versuche kritzeln kann: Linien und Kästchen helfen dabei, Vorlagen nachzumalen. Am besten zeichnet man einzelne Buchstaben oder Wörter erst einmal mit einem Bleistift vor und malt diese später mit einem Filzstift nach. Das Wichtigste am Anfang: üben, üben, üben! Wer mit der Zeit ein wenig besser wird, wird merken, dass das Papier einen großen Unterschied macht - je glatter es ist, desto einfacher gehen die Striche von der Hand. Bleistifte sollten nicht zu spitz sein, da sie ansonsten zu sehr durchdrücken und die Linien selbst nach dem Wegradieren noch zu erkennen sind. Die Fineliner oder Filzstifte sollten wasserfest sein, damit sie beim Schreiben und Wegradieren von Bleistift-Linien nicht verlaufen.

Woher bekommt man Vorlagen und Inspiration?


Pinterest und Instagram stecken voller Inspiration - ein Blick genügt und schon findet man garantiert viele Schriften, an denen man sich gerne einmal ausprobieren möchte. Zudem gibt es auch viele Vorlagen zum Ausdrucken, anhand derer man beim Nachzeichnen ein gutes Gefühl für den Schwung bekommt. Auch prima: Ein kleines Notizbüchlein, das man immer dabei hat, und in dem man nach Lust und Laune herumprobieren oder Vorlagen nachzeichnen kann. So hat man am Ende ein schönes Sammelsurium seiner ersten eigenen Hand-Lettering-Versuche.

Wie-einfach-Tipp: Die amerikanische Künstlerin Lisa Congdon ist eine der ersten, die die neue Schönschreib-Kunst mit populär gemacht hat. 2012 startete sie einen Blog, auf dem sie 365 Tage lang täglich ein neues Hand-Lettering veröffentlichte. Bis heute eine unglaublich gute Inspirationsquelle!



Was ist "Faux Calligraphy"?


Beim Thema Schönschreiben läuft einem zwangsläufig irgendwann der Begriff "falsche Kalligraphie" über den Weg. Es ist quasi eine Neuinterpretation der ursprünglichen Kalligraphie, die einen einfachen Einstieg ins Hand-Lettering erleichtert. Hierfür schreibt man mit einem Filzstift zunächst ein Wort in Schreibschrift auf. Nun kommt die Feinarbeit: Neben alle Linien, die man nach unten gemalt hat, wird wenige Millimeter daneben noch eine weitere Linie gezeichnet. Den Zwischenraum malt man aus - entweder ganz oder schraffiert - und schon bekommt die Schrift eine ganz andere Anmutung und sieht nach Kalligraphie aus.




Was ist "Brush Lettering"?


Beim "Brush Lettering" werden Wörter mit Pinsel und Tusche geschrieben - ein sehr schwieriges Unterfangen. Es gibt aber auch sogenannte Brushpens, mit denen man ein ähnliches Pinsel-Schriftbild erzielt und die es einem ein wenig einfacher machen. Der Trick ist, bei einigen Linien mehr Druck auszuüben, bei anderen weniger. Dadurch entstehen unterschiedlich dicke und dünne Linien. Wenn man erst einmal ein Gefühl für diese Art von Stift entwickelt hat, kann man damit wunderschöne Schriften kreieren.




Kann man nur Wörter malen?


Natürlich nicht! Viele Hand-Letterings sind kleine Kunstwerke, bei denen die Schrift durch Banner, Pfeile, Trennlinien und kleine Schnörkel verziert wird. Auch hierfür findet man im Netz zahlreiche Vorlagen, an denen man sich prima orientieren kann.