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Ganz einfach: Dankbarkeit macht glücklich

Neue Studien rücken eine Fähigkeit in den Mittelpunkt, die in schnelllebigen Zeiten untergegangen zu sein scheint: Dankbarkeit. Doch sie zu kultivieren, lohnt sich: Erste Ergebnisse zeigen, dass dankbare Menschen glücklicher und gesünder leben.

Ganz einfach: Dankbarkeit macht glücklich
Foto: plainpicture/Yumiko Kinoshita

Neulich habe ich mit meinem Sohn ein Flüchtlingsheim besucht. Wir haben seine Autos und Spielsachen vorbei gebracht, mit denen er nicht mehr spielen will. Plötzlich war real, was der 10-Jährige aus eigener Erfahrung noch nie erlebt hat: Dass es vielen Menschen weitaus weniger gut geht als ihm. Danach sagte er mir zum ersten Mal, wie dankbar er sei, ein sicheres Zuhause zu haben. Manchmal ist das Leben der beste Lehrmeister.

Dankbarkeit ist keine Selbstverständlichkeit
Denn es ist doch so: Dankbar sein und Danke sagen sind zwei unterschiedliche Dinge. Vielleicht sagen wir gerade noch einmal danke, wenn wir etwas geschenkt bekommen. Oder wir bedanken uns für eine Auskunft oder für die nette Bedienung im Restaurant. Aber viel zu selten halten wir inne und bedanken uns für das, was uns so selbstverständlich erscheint, dass wir es kaum noch wahrnehmen. "Läuft", die lustig lässige Antwort der jungen Generation auf die Frage "wie geht's?", ist das beste Sinnbild dafür.

Dankbarkeit kann man lernen
Dabei hat die positive Psychologie in der Fähigkeit, dankbar zu sein, ein ganz neues Potential entdeckt. Ein großer Teil der aktuellen Ansätze zeigt, dass Menschen, die dankbarer sind, sich subjektiv besser fühlen. Sie nehmen ihr Leben als sinnvoller wahr, haben ein stärkeres Selbstwertgefühl, tiefere soziale Bindungen und zeigen in schwierigen Situationen weniger Stress und mehr positive Bewältigungsansätze. Sogar die Schlafqualität verbessert sich.

Dankbarkeit mit allen Sinnen wahrnehmen
Die gute Nachricht, die sich aus den Studien herauslesen lässt? Dankbarkeit kann man trainieren. Und zwar viel einfacher, als man denkt. Öfter mal innehalten und darüber nachdenken, wie gut man es hat, bringt eine Menge. Das hat mit Zeit zu tun und mit der Bereitschaft, die kleinen Dinge wieder wahr zu nehmen. In den ersten Lebensmonaten konnten wir das nämlich ganz prima: die Welt mit Staunen betrachten und uns über jede Entdeckung freuen. Zu den Grundausstattungen des Gehirns gehört, dass wir Lebensfreude empfinden. Das Kribbeln der Vorfreude, das warme Gefühl der Geborgenheit, Lust und Neugier auf Unbekanntes.

Dankbarkeit: Augen auf!
Doch das Gehirn neigt zur Anpassung. Was häufig gleichbedeutend ist mit Monotonie und Langeweile. Das Motto für mehr Dankbarkeit? Wieder mehr gucken und fühlen. Zum Beispiel die Glasmosaikvase im Regal, die von Sonnenstrahlen getroffen ein Muster wunderschöner Reflexionen auf den Fußboden zeichnet. Ein kleiner Plausch mit dem Nachbarn, das Glück, den Bus noch bekommen zu haben, der Geschmack frisch gebackenen Brotes. Es können so unterschiedliche Erlebnisse und Erfahrungen sein, für die es sich lohnt, dankbar zu sein. Also lieber öfter mal die Frage stellen: "Was hab ich schon?” statt "Was fehlt mir noch?”

Dankbarkeit: Schreiben heißt reflektieren
Wer scharf nachdenkt, dem fallen sicherlich auch Menschen ein, denen man im Laufe seines Lebens einiges zu verdanken hat. Weil sie geholfen, inspiriert, gefördert oder beschenkt haben. Ihnen einen persönlichen Dankesbrief zu schreiben, steigert das Wohlbefinden, haben Wissenschaftler festgestellt. Und dies sogar, wenn man den Brief gar nicht abschickt. Den größten Langzeiteffekt hat das Schreiben eines "Dankbarkeitstagebuches”, in das man regelmäßig Dinge notiert, für die man gerade dankbar ist. Dabei hat sich herausgestellt, dass einmal pro Woche Tagebuch über seine persönlichen Glücksmomente zu führen, auf Dauer glücklicher macht als täglich. Offensichtlich wird die Übung schnell zur mechanisch ausgeführten Aufgabe, wenn man sie zu häufig wiederholt.

Dankbarkeit: Beweg dich!
Mit ein wenig Übung lässt sich lernen, wie hoch der Eigenanteil an seinem Glück liegt. Wer das schöne Wetter spüren will, muss rausgehen, um es genießen zu können. Und wer sich abends über ein nettes Gespräch freut, das zufällig beim Einkauf entstanden ist, hatte bestimmt auch die Ausstrahlung, offen und zugewandt zu sein. Das hat viel mit Selbstwirksamkeit zu tun und dem Gefühl, dass die guten Sachen nicht immer nur passieren, sondern dass man sie persönlich steuern kann. Und das macht eben glücklich.

Dankbarkeit: Früh übt sich...
Dankbarkeit ist auch Erziehungssache. Mit dem unersättlichen Verlangen nach immer neuen Gadgets, mit der Sucht nach Wunscherfüllung kann schon am Anfang des Lebens ganz schön viel schief laufen. Wenn jeder Wunsch sofort befriedigt wird, verlernen Kinder die Fähigkeit, mit der sie geboren werden: die trivialen Freuden an kleinen alltäglichen Dinge zu bewahren und dem schönen Gefühl von Sehnsucht etwas abzugewinnen. Genau das ist es jedoch, was Befriedigung und Dankbarkeit auslöst. Und es schadet nicht, das Bewusstsein für die Vorteile, die viele Kinder genießen, immer mal wieder zu schärfen: etwa durch eine uneigennützige Tat, die anderen Menschen hilft, denen es nicht so gut geht.

Hier können Sie Dankbarkeit üben - wissenschaftlich erforscht
An der Leuphania-Universität in Lüneburg läuft unter dem Stichwort Get-On eine große Online-Studie zum Thema Dankbarkeit. Zwar sind zur Zeit die Studienplätze vergeben, aber man kann sich dennoch registrieren, wenn man an dem 6-monatigen Training teilnehmen möchte. Weitere Infos unter: Geton-training.de.

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Von Franziska Wischmann



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