Neue Studien: Kaffee schützt vor Krankheiten

Koffein-Fans können durchatmen: Denn Kaffee ist offensichtlich viel besser als sein Ruf. Ein regelmäßiger Koffein-Konsum soll vor Herz-Kreislauferkrankungen und sogar vor Alzheimer schützen.
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Kaffeekonsum - Zahlen und Fakten

Auf ihr braunes Heißgetränk lassen die Deutschen nichts kommen. Laut Kaffeewirtschaft bringen sie es im Schnitt auf 2315 Tassen pro Sekunde, womit sie interessanterweise vor koffeinaffinen Ländern wie Frankreich und Italien liegen. In Deutschland macht das einen jährlichen Verbrauch von 150 Litern pro Kopf aus.

Gesunde Sünde

Inzwischen müssen Kaffeeliebhaber dabei noch nicht einmal mehr ein schlechtes Gewissen haben. Denn Studien belegen mehr und mehr die gesundheitsfördernde Wirkung von Kaffee - vor allem für degenerative Prozesse in Hirn und Herz. So sollen laut Forschern in Baltimore schon 200 Milligramm Koffein (etwa zwei Tassen Espresso) ausreichen, um das Erinnerungsvermögen deutlich zu steigern.

Einer deutsch-französischen Forschergruppe ist jüngst gelungen, zu zeigen, dass Koffein offensichtlich auch die Entwicklung von Alzheimer bremsen kann. Der Wirkstoff soll bestimmte Rezeptoren im Gehirn blockieren, die für die Bildung der gefährlichen eiweißhaltigen Substanzen verantwortlich gemacht werden, die am Forschreiten von Alzheimer beteiligt sind. Auch wenn die positive Wirkung bisher nur in Tierversuchen nachgewiesen werden konnte, sind die Wissenschaftler zuversichtlich. Im Zusammenhang mit Herz-Kreislauferkrankungen gibt es ebenfalls neue Erkenntnisse: Wer regelmäßig bis zu vier Tassen trinkt, senkt offensichtlich damit das Risiko, an Diabetes Typ 2 zu erkranken.

Leistungssteigernd

Vielleicht ist auch noch ganz spannend, dass Koffein bei Ausdauer-Sportlern sehr beliebt ist. Angeblich lässt sich unter Einfluss von Koffein die zentrale Erschöpfung hinausschieben, was dazu führt, dass Sportler, die lange im aeroben Bereich unterwegs sind, Anstrengung und Schmerzen anders wahrnehmen und Kraftreserven mobilisieren können. Forscher gehen davon aus, dass Koffein und seine Abbauprodukte die Blutgefäße erweitern, was zu einer Entspannung der glatten Muskulatur und einer Erweiterung der Bronchien führt und damit das Atemminutenvolumen positiv beeinflusst. Für kurzzeitige körperliche Höchstleistungen wie Sprints oder Kraftsport soll das allerdings nicht zutreffen.

Lebensverlängernd?

Lässt sich also automatisch der Logarithmus ableiten, dass viele Tässchen Kaffee das Leben verlängern? So einfach ist es leider nicht, so das Fazit einer großen US-Studie. Warum nicht? Weil typische Kaffeetrinken offensichtlich häufiger schlechte Gewohnheiten haben als Kaffeeabstinenzler. Sie essen im Schnitt weniger Obst, deutlich mehr rotes Fleisch und vor allem scheinen sie noch ein höchst ungesundes Laster zu haben: In der Gruppe mit dem höchsten Kaffeekonsum fanden sich die meisten Raucher...

WIE EINFACH!-Tipp: Wussten Sie, dass Kaffee auch als Hausmittel top ist? Ein Tässchen Pulver im Kühlschrank oder im Auto kann über Nacht schlechte Gerüche neutralisieren.