Marie Kondo: Die Magic Cleaning-Strategie

Die beiden Magic Cleaning Bücher von Marie Kondo wurden weltweite Bestseller. Kein Wunder - sie lehren uns das Aufräumen und befreien von zu viel Ballast.
Marie Kondo: Die Magic Cleaning-Strategie Marie Kondo: Die Magic Cleaning-Strategie Marie Kondo: Die Magic Cleaning-Strategie
Foto: bench accounting/Unsplash
In ihren Büchern "Magic Cleaning: Wie richtiges Aufräumen Ihr Leben verändert" und "Magic Cleaning 2: Wie Wohnung und Seele aufgeräumt bleiben" erklärt die japanische Profi-Ausmisterin Marie Kondo in wenigen Schritten sehr aufschlussreich, wie richtiges Aufräumen unser Leben nachhaltig verändert. Denn ein japanisches Sprichwort besagt: "Die Unordnung im Zimmer entspricht der Unordnung im Herzen". In diesem Sinne: Let's keep it clean!

Die Magic Cleaning-Philosophie


"Wer seine Gewohnheiten ändern will, muss seine Einstellung verändern." Marie Kondo diktiert konsequentes Ausmisten und empfiehlt, nur die Sachen zu behalten, an denen man sich wirklich erfreut und die man auch wirklich braucht. Der Rest kann schlicht und ergreifend weg. Wir erklären, wie man seinen Haushalt nach der Kondo-Methode ausmistet und Kleider, Bücher, Papiere, Kleinkram, Erinnerungsstücke etc. entsorgt.

Kleidung ausmisten


Problem: Der Mensch ist von Natur aus ein visueller Mensch und lässt sich von Schönheit beeindrucken. Und so beginnt er (beziehungsweise wir) zu horten. Wir verraten, wie man sich endlich von Schrankleichen trennt.

Konkrete Handlungsanweisung:
1. Ausräumen
Den kompletten Kleiderschrank ausräumen und jedes einzelne Kleidungsstück ganz genau anschauen. Was Löcher hat, verschlissen oder ausgeblichen ist, wandert direkt in den Altkleidersack.
2. Modenschau
Die übrigen Teile anprobieren - auch die, die man zu kennen glaubt. Was nicht mehr passt oder missfällt, aussortieren und später loswerden.
3. Reparaturarbeiten
Was zum Schneider oder in die Reinigung muss, jetzt sofort wegbringen - nicht irgendwann. Um Ordnung und Überblick zu gewinnen, sollten im Kleiderschrank nur unbeschädigte und saubere Klamotten hängen.
4. Winterschlaf
Was nicht der Saison entspricht, an einem sauberen, kühlen und dunklen Ort lagern. Und zwar in Baumwollbeuteln (oder Kissenhüllen) oder in praktischen Vakuum-Kleidersäcken und Vakuum-Aufbewahrungsboxen. Um Insektenschäden vorzubeugen, vorher alles gründlich waschen und mit Insektenschutz versehen.
5. Schrankleichen
Die Kleidungsstücke, die jetzt noch übrig sind, nochmals hinterfragen. Ruhig streng sein. Grenzfälle für ein halbes Jahr auf dem Dachboden verstauen. Was bis dahin nicht vermisst wird, kann anschließend getrost entsorgt werden. Der Rest wandert zurück in den Schrank. Psst: Hier verraten wir noch mehr Tipps und Tricks, die ein für alle Mal für Ordnung im Kleiderschrank sorgen.
Tipp: Wer alte, gut erhaltende Kleidung verkaufen und gleichzeitig Gutes tun möchte, ist bei Lovegarments genau richtig: Die Initiative verkauft oder recycelt ausgediente Kleidungsstücke - einen Teil (60 Prozent) erhält man selbst, 30 Prozent gehen an Lovegarments und 10 Prozent kommen gemeinnützigen Initiativen wie Femen e.V. oder der Awaj Foundation zugute, die sich für bessere Arbeitsbedingungen in der Textilindustrie in Indien und Bangladesh einsetzen.

Papierkram


Problem: Ablage - schon das Wort ruft bei den meisten eine natürliche Abwehrreaktion hervor. Paradoxerweise versagen wir im Privaten oft an den Stellen, die uns im Büro und im Arbeitsalltag mühelos von der Hand gehen. Zum Beispiel die Ablage.
Konkrete Handlungsanweisung:
Den Arbeitsplatz zum Vorbild nehmen und ausreichend Aktenordner, Ordnerregister und Trennblätter besorgen und anschließend ähnlich wie bei den Kleidungsstücken vorgehen:
Alles, was nicht mehr benötigt wird, wandert umgehend in den Papiermüll. Der Rest wird feinsäuberlich - alphabetisch oder thematisch sortiert - in beschriftete (!) Ordner gepackt. Die aktuellen relevanten Ordner bleiben in der Wohnung, der Rest wandert in ebenfalls beschriftete Aufbewahrungsboxen auf den Speicher beziehungsweise in den Keller.

Kleinkram


Problem: Kleinkram macht auch Mist. Eine Büroklammer hier, ein Aufladekabel dort - und schon haben wir den Salat, beziehungsweise randvolle Krimskrams-Schubladen, um die wir seit Jahren einen weiten Bogen machen.
Konkrete Handlungsanweisung:
Ausreichend Aufbewahrungsboxen und Etiketten zum Beschriften besorgen und den Inhalt der Rumpel-Schubladen, Schalen und Döschen auf einer Unterlage entleeren und sämtliche noch brauchbare aber für einen selbst nutzlose Gegenstände in eine Flohmarktkiste packen. Beschädigte oder arg mitgenommene Staubfänger umgehend entsorgen. Alle anderen Gegenstände legen einen Boxenstopp ein: Batterien, Kabel- und technische Gadgets gehören in eine "Elektronik"-Box, Schuhputzzeug in eine »Schuhputz«-Box, Uhu, Paket- und Klebeband etc. in eine "Bürobedarf"-Box usw.

Erinnerungsstücke


Problem: Wir hängen an unseren Erinnerungen, denn wir definieren uns über Erlebtes. Das führt dazu, dass wir noch im Besitz der Kino-Eintrittskarten von 1993 sind (damals haben wir mit unserem Jugendschwarm Jurassic Park geschaut). Fakt ist: Ein Großteil davon gehört nicht mehr in unser aktuelles Leben, sondern kann getrost entsorgt werden.
Konkrete Handlungsanweisung:
Für die wirklich unverzichtbaren Schätze wird eigens eine "Erinnerungs"-Box angelegt, in die die wichtigsten Briefe, Andenken und emotional aufgeladenen Gegenstände hinein wandern. Enthusiastische Tagebuch- und Briefeschreiber dürfen zusätzlich eine "Briefe & Tagebuch"-Box anlegen.

Bücher


Problem: Wir lieben es, Dinge in den Händen zu halten und gleichzeitig zu befühlen und zu betrachten. Das gilt ganz besonders für Bücher. Doch leider haben wir nur begrenzten Raum, um diesen Gegenständen ein dauerhaftes Zuhause zu schenken.
Konkrete Handlungsanweisung:
Sämtliche Bücher aus dem Regal nehmen und nach Wichtigkeit sortieren. Die, die man eh nie (zu Ende) gelesen hat und - Hand aufs Herz - auch niemals lesen wird, wandern in eine "Verkaufs"-Kiste und können später auf Flohmärkten oder via Ebay und Anbieter wie Momox, die sich auf den Verkauf gebrauchter Bücher spezialisiert haben, zu Geld gemacht werden. Wer mag, packt stattdessen oder zusätzlich eine "Geschenke"-Kiste mit Büchern, die entweder im Freundeskreis weitergereicht werden oder in Umsonstläden gebracht werden können. Wegweisende, lebensverändernde Bücher sowie zeitlose Perlen wandern zurück ins Regal - nach Autoren oder Genres sortiert.

Fotos und Musik


Problem: Siehe Bücher.
Konkrete Handlungsanweisung:
Zugegeben - Fotos einscannen und digitalisieren gehört für die meisten Menschen zu den eher unerquicklichen Aufgaben, da es sich um eine recht zeitintensive Tätigkeit handelt. Aber der Aufwand lohnt sich! Alte Fotos sortieren, unbrauchbare (verwackelte Schnappschüsse oder nichtssagende Landschaftsaufnahmen) entsorgen. Die Brauchbaren anschließend eincannen und nach Jahreszahlen und Ereignissen ordnen und ablegen, am besten auf einer Cloud. Wer sich noch im Besitz von - inzwischen recht überflüssig gewordenen CDs - befindet, sollte die Lieblings-CDs ebenfalls digitalisieren und anschließend entsorgen, beziehungsweise verkaufen.

WIE EINFACH-TIPP
Gerade kalte Herbst- und Winterzeit ist wie gemacht zum Ausmisten. Am besten einen kompletten Tag (oder je nach Umfang sogar mehrere Tage) für die Entrümpelung-Aktion blocken. Wer einmal losgelegt hat, wird ohnehin kaum mehr zu bremsen sein, weil Loslassen im wahrsten Sinne des Wortes befreit. Und nebenbei kann man wunderbar (digitalisierte) Hörbücher lauschen. Kommt man ja sonst nicht zu.