Wasserschaden im Haus: Was tun?

Ein Wasserschaden ist so ungefähr das letzte, was man braucht. Denn damit sind immer Ärger und vor allem hohe Kosten verbunden. Was Sie am besten tun können, erfahren Sie hier.
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Foto: Thinkstock

Wenn es plötzlich reinregnet


Neulich im Schlafzimmer: Trotz blitzblauem Himmel und strahlendem Sonnenschein ist ein leises Regentrommeln zu hören. Plopp, plopp, plopp macht das. Ein Blick nach oben bringt Gewissheit: Oberhalb des Schrankes tropft Wasser von der Decke und trifft den Deckel eines Kartons, worin Wintersachen verstaut sind. Fieberhaft beginne ich zu überlegen: Woher kann das Wasser kommen? Wie lange tropft es schon, bevor das Wasser durch vier Meter hohe Decken dringt? Klar doch, der neue Kühlschrank! Der hat eine Wasser- und Eiswürfelfunktion. Da muss die undichte Stelle sein. Ich stürme nach oben und drehe als erstes die Wasserzufuhr in der Küche ab.

Ein Fall für die Trocknungsfirma


Vorsicht ruckele ich den Kühlschrank nach vorn. Sehen kann ich nichts, dafür aber fühlen: alles nass. Das Wasser steht auf dem Holzfußboden!
Die Analyse des Fachmanns, der vorbeikommt, bestätigt: Offensichtlich ist der Schlauch, der für die Wasserzufuhr zum Kühlschrank sorgt, nicht dicht gewesen. Das Wasser ist tagelang auf den Fußboden und in die Zwischendecke gelaufen und hat die Balken durchnässt. Große Heizlüfter werden unten und oben aufgestellt, die Tag und Nacht laufen müssen, um die Feuchtigkeit aus dem Gebälk heraus zu bekommen.

Wasserschaden: Wer zahlt?


Den Vermieter habe ich inzwischen informiert. Leider reagiert der relativ unentspannt. Er klärt mich auf, dass sein Haus zwar gegen Wasserschäden mit einer Wohngebäudeversicherung geschützt sei. Grundsätzlich übernähme seine Versicherung also die Trocknungskosten des Gebälks. Aber in meinem Fall scheint das Leck am Kühlschrank durch unsachgemäße Installation verursacht worden zu sein. Also muss die Haftpflichtversicherung der Küchenfirma ran, bei der ich den Kühlschrank gekauft habe.

Vorsicht vor Schimmelbildung


Was ich noch in Erfahrung bringe? Wenn ein Wasserschaden durch Waschmaschinen, Kühlschränke, Leckschäden an Heizungen oder ähnliches entstanden ist und dabei Mobiliar oder Kleidung beschädigt hat, dann springt die Hausratsversicherung ein. Stark durchfeuchtete Möbel nämlich neigen zur Schimmelbildung und sind damit gesundheitsschädlich. Oft hilft dann wirklich nur noch entsorgen.
Weil mein Kühlschrank an der Wand stand und nicht in der Mitte des Zimmers, ist in meinem Fall nicht mehr passiert. Sofas, Betten, Sessel - alles trocken geblieben. Den Karton auf meinem Kleiderschrank kann ich zwar wegschmeißen, aber sogar die Kleidung ist einigermaßen trocken geblieben. Zur Sicherheit gebe ich die Sachen in die Reinigung, damit nicht Schimmel oder Stockflecken entstehen können.

Zur Beruhigung


Nur wer einen Wasserschaden "grob fahrlässig" verursacht, indem er zum Beispiel Fenster und Türen während eines Gewitters offen lässt, bleibt auf dem entstandenen Schaden sitzen.
Man kann sich aber inzwischen offensichtlich auch digital schützen. Eine Freundin erzählt mir kurz darauf, dass es jetzt einen Funkwassermelder gibt, der warnt, sobald Feuchtigkeit entsteht und Wasser austritt. Das wird meine nächste Anschaffung - garantiert!