Wie müssen kreative Arbeitsplätze aussehen?

Hier sollen Ideen sprudeln. Aber wie müssen kreative Arbeitsplätze aussehen? Wir haben uns im Bereich der Arbeitspsychologie umgeschaut.
Wie müssen kreative Arbeitsplätze aussehen? Wie müssen kreative Arbeitsplätze aussehen? Wie müssen kreative Arbeitsplätze aussehen?
Foto: plainpicture/Johner
Früher schien alles ganz einfach zu sein: Ein aufgeräumter Schreibtisch, ordentlich helles Licht dazu, Computer und Stuhl auf ergonomisch korrekter Höhe - und fertig ist der perfekte Arbeitsplatz. Inzwischen haben aber nicht mehr nur die Ingenieure und Architekten das Sagen. Immer häufiger schalten sich Arbeitspsychologen ein, die interessante Sachen untersuchen. Zum Beispiel, welche akustische Raumsituation gegeben sein muss, um gut arbeiten zu können. Auch Klima und Licht spielen eine wichtige Rolle.

Interessanterweise gibt es ein zu leise. Zu gute Schalldämpfung ist offensichtlich kontraproduktiv. Ohne jede Form von Hintergrundgeräuschen haben Menschen schnell das Gefühl, isoliert und in einem toten Raum zu sein. Wer sich in Kreativschmieden umschaut, kann ein neues Phänomen beobachten: Mitarbeiter, die fast ausschließlich mit Kopfhörern arbeiten. Auch das ist eine Form der Isolation. Aufgebrochen wird die Atmosphäre allerdings durch Lounge-Ecken mit Wohnzimmer-Feeling, die zu Stätten der Begegnung werden. Und nicht selten gibt es Kicker-Tische, an denen sich engagierte Mitarbeiter eine kleine Auszeit genehmigen dürfen.

Auch beim Thema Licht gibt es neue Erkenntnisse: Die in deutschen Büros für Bildschirmarbeitsplätze vorgeschriebene Beleuchtung von rund 750 Lux blendet ganz wichtige Facetten aus. Psychologen haben herausgefunden, dass für die Entwicklung kreativer Ideen Schummerlicht viel besser ist. Analytisches Denken dagegen funktioniert am besten ab 1500 Lux, also wenn es ganz hell beleuchtet ist. Von den in vielen Büros (und Schulen) installierten Neonröhren halten Arbeitspsychologen gar nichts mehr. Das Licht passe sich zu wenig den Bedürfnissen an und löse negative Gefühle aus, so das einhellige Urteil. Sie empfehlen intelligente Beleuchtungssysteme, die auf die Bedürfnisse der Mitarbeiter (und Schüler) reagieren können.

Je mehr Zeit man in seinem Büro verbringt, desto persönlicher sollte man sich "einrichten" können. Natürliche Holztöne, Pflanzen, eine Vase mit frischen Blumen - solche Accessoires regen an und tragen zur Kreativität am Arbeitsplatz bei. Auch farbige Akzente im Raum stehen auf der Kreativitätsscala weit oben. Abweichungen vom grauen Büro-Einerlei signalisieren offensichtlich, dass neue Ideen willkommen sind.

Was ebenfalls spannend ist? Auch wenn Ordnung im Sinne von einer durchdachten Ablage wichtig ist - antiseptisch aufgeräumte Schreibtische sind offensichtlich nur bei Führungskräften zu finden. Jedenfalls gibt es ein Junktim zwischen dem Grad der Ordnung und der Position: Je höher die Stellung innerhalb einer Firma, desto weniger liegt herum. Was aber nicht den Schluss zulässt, dass Technik Kreativität schlägt. Vielleicht sind Führungskräfte einfach seltener an ihrem Arbeitsplatz zu finden?